An diesen Punkten ist es in Chemnitz am gefährlichsten

Dauerthema in der Stadt: Schlägereien, Trinkgelage und Drogen im Zentrum nerven Passanten und Geschäftsleute.
Dauerthema in der Stadt: Schlägereien, Trinkgelage und Drogen im Zentrum nerven Passanten und Geschäftsleute.

Chemnitz - Dauerstress in der Innenstadt. Schlägereien, Drogen, Diebstähle. Die Bürger wollen nur noch eines: Ruhe. Dafür schickt Polizeichef Uwe Reißmann (60) seine Operative Einsatzgruppe (OEG) los.

Täglich kontrollieren 15 Polizisten Zenti und Stadthallenpark, filzen Personen, finden Diebesgut, erteilen Platzverweise, schlichten Streit.

Polizeihauptkommissarin Katrin L. führte MOPO-Redakteur Bernd Rippert durch die Brennpunkte im Zentrum, zeigte ihm, wo es gefährlich werden kann.

Junge Ausländer sitzen vor allem am Brunnen. Hier geht es immer wieder um Drogen (Cannabis), auch um Gewalt und Diebstähle (Handys).

Polizeichef Uwe Reißmann schickt seine Operative Einsatzgruppe auf Dauerstreife durch die Innenstadt.
Polizeichef Uwe Reißmann schickt seine Operative Einsatzgruppe auf Dauerstreife durch die Innenstadt.

Ältere deutsche Trinker treffen sich Richtung Roter Turm, pöbeln manchmal Passanten an.
Jüngere deutsche Trinker, die bisher an der Stadthalle saßen und immer wieder für Krawall sorgten, wurden durch Ausländer zum Wall verdrängt.

Eher harmlos: die Bänke im Park an der Brückenstraße und die Grünfläche im Park. Die OEG steht vor allem den Dealern, Pöblern, Schlägern und aggressiven Trinkern täglich auf den Füßen - "notfalls vertreiben wir sie Stück für Stück aus der Innenstadt", sagt Katrin L.

Bei vier Dauer-Straftätern - drei junge Asylbewerber und ein Deutscher - ist das gelungen: Die Polizei erteilte dem Quartett ein Aufenthaltsverbot für die Innenstadt auf drei Monate.

Daneben gebe es je rund 20 Deutsche und Ausländer, die oft negativ auffielen.

Die City-Beamten fanden eine Ausreißergruppe im Stadthallenpark und brachte die Jugendlichen zum Kinder- und Jugendnotdienst.
Die City-Beamten fanden eine Ausreißergruppe im Stadthallenpark und brachte die Jugendlichen zum Kinder- und Jugendnotdienst.

Von Zenti bis Edeka ist es ruhiger geworden. Das liegt am Wetter, weiß die Polizistin: „Da gibt es eine Verlagerung in den Park. Ab Herbst werden sie an die Zenti zurückkehren“ - wo auch der CVAG-Sicherheitsdienst aufpasst.

Die Zusammenarbeit mit Ordnungsamt, CVAG, Geschäftsleuten klappe vorbildlich, sagt Katrin L. Nur am Alkoholverbot der Stadt reibt sich die Polizistin: "Bei Verstößen gegen das Alkoholverbot drohen keine Strafen - außer, es wird aus Glasflaschen getrunken." Und: "Vor dem Park ist alles erlaubt."

Trotz der Probleme: Die OEG-Beamten gingen täglich hochmotiviert auf Dauerrazzia durch die Innenstadt. Katrin L.:

"Polizeipräsident Uwe Reißmann lässt uns freie Hand. Wir ziehen alle mit. Und die Bürger freuen sich, weil wir für Ordnung und ein besseres Sicherheitsgefühl sorgen."

Die Polizei fand jugendliche Ausreißer im Stadthallenpark.
Die Polizei fand jugendliche Ausreißer im Stadthallenpark.

Das macht die Operative Einsatzgruppe

Seit einem Jahr schützt die Operative Einsatzgruppe (OEG) die Innenstadt. 15 Beamte gehen Streife - in Uniform und Zivil. 2016 zählten die Beamten mehr als 1600 Kontrollen, davon 1450 Personen und 155 Fahrzeuge.

Die OEG stellte in diesem Jahr schon 93 Straftaten fest (Diebstähle, Körperverletzungen, Drogen). Dazu kommen Verkehrsdelikte. Täter auf frischer Tat erwischt: 83, alte Haftbefehle vollstreckt: 68.

Am Abend fand die OEG eine Gruppe von Dauerausreißern im Stadthallenpark: vier Mädchen (16, 15, 13, 13). Die Polizei nahm den Kindern Zigaretten ab und übergab die Gruppe dem Kinder- und Jugendnotdienst.

Fotos: Bernd Rippert, Harry Härtel, Uwe Meinhold


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