Erschütternde Zahlen: So gefährlich ist es rund ums Kottbusser Tor

Ein Manschaftswagen der Berliner Polizei steht in der Adalbertstraße am Kottusser Tor.
Ein Manschaftswagen der Berliner Polizei steht in der Adalbertstraße am Kottusser Tor.  © DPA

Berlin – Körperverletzung, Raub, Diebstahl, Nötigung, Drogenhandel. Das Kottbusser Tor ist einer der Verbrechensbrennpunkte in Berlin, und wird zunehmend zur No-Go-Area. Das soll eine neue Einsatzgruppe der Polizei verhindern.

Jetzt liegen Zahlen für 2016 und Januar 2017 vor, die das Ausmaß der Kriminalität zeigen. Sie gehen aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Grünen Abgeordneten Turgut Altug und Benedikt Lux hervor.

Mehr als 2600 Verbrechen wurden von der Polizei aufgenommen.

Demnach gab es 2016 634 gemeldete Gewalttaten. Davon 439 Mal Körperverletzung, 136 Mal Raub, 49 Mal Nötigung und acht Sexualdelikte.

Im gleichen Zeitraum wurden 1432 Eigentumsdelikte angezeigt. Den größte Teil machte davon Taschendiebstahl (806 Fälle) und Einfacher Diebstahl (443) aus. Es wurden 91 Fahrräder geklaut und 38 Autos aufgebrochen.

An diesen Tagen ist es am schlimmsten

Der Abgeordnete Benedikt Lux (Grüne) fordert zu besseren Kriminalitätsbekämpfung eine mobile Polizeiwache am Kotti.
Der Abgeordnete Benedikt Lux (Grüne) fordert zu besseren Kriminalitätsbekämpfung eine mobile Polizeiwache am Kotti.  © DPA

Naturgemäß ist es am Wochenende am gefährlichsten, weil besonders viele Touristen und Partygänger unterwegs sind.

In der Nacht vom Samstag zum Sonntag werden durchschnittlich 23 Straftaten begangen, Freitag zum Samstag sind es 14. Am "sichersten" ist es Sonntagabend mit durchschnittlich sechs und Montagabend mit acht Verbrechen.

Aus der Antwort geht auch hervor, dass sich die Art der Kriminalität seit Anfang 2016 deutlich verändert hat. Lange war das Kottbusser Tor dafür bekannt, dass Junkies und Obdachlose dort herumlungerten.

"Diese Szene und eine dazugehörige Begleitkriminalität waren zwar polizeilich immer relevant, gehörten jedoch für Anwohnerinnen und Anwohner und Gewerbetreibende sowie die Vielzahl von Touristen zum Erscheinungsbild des Kottbusser Tores", so Torsten Akmann von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport.

Polizei testet extra Einsatzgruppe

Das Kottbusser Tor ist einer der Kriminalitätsschwerpunkt von Berlin.
Das Kottbusser Tor ist einer der Kriminalitätsschwerpunkt von Berlin.  © DPA

Seit Ende 2015 änderte sich aber die Szenerie. Vor allem aggressive Antänzer sind seitdem sehr aktiv. Ihnen wird eine hohe Gewaltbereitschaft attestiert. Zwar gelang es, sie Mitte des Jahres etwas zurückzudrängen, aber das hohe Gewaltpotential ist bei den verbliebenen Antänzern nach wir vor zu beobachten.

"Im Bereich Kottbusser Tor und Umgebung wird seit Jahren und aktuell lageangepasst ein möglichst umfangreicher Schutz der Anwohner und Gewerbetreibenden durch eine starke offene und verdeckte polizeiliche Präsenz angestrebt", so Akmann.

Seit Januar 2017 ist der spezielle "Einsatztrupp Kottbusser Tor" der Polizei vor Ort. Zunächst soll in einem dreimonatigen Probelauf getestet werden, welche Wirkung die verstärkte Polizeipräsenz am Kotti auf die Kriminalitätsrate hat. In dieser Zeit sollen nahezu rund um die Uhr zehn orts- und szenenkundige Beamte am Kotti eingesetzt werden.

Für die Grünen Abgeordneten Turgut Altug und Benedikt Lux geht das noch nicht weit genug. „Wir hoffen, dass Ende des Jahres eine mobile Wache am Tor kommt“, sagten die Grünen-Abgeordneten Turgut Altug und Benedikt Lux gegenüber der Berliner Zeitung.


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