"Kripo live" besucht die Überlebenden der Leipziger Pizzeria-Explosion

Leipzig - Fast drei Monate nach der heftigen Explosion in einer Pizzeria in Leipzig-Gohlis hat die MDR-Sendung "Kripo live" mit einer Mutter und ihren beiden Kindern gesprochen. Die Familie konnte in letzter Sekunde von der Feuerwehr gerettet werden, bevor es zu spät gewesen wäre.

Die dunkle Fassade zeigt, wie hoch die Flammen aus dem Geschäft schlugen.
Die dunkle Fassade zeigt, wie hoch die Flammen aus dem Geschäft schlugen.  © Einsatzfahrten Leipzig

"Es war beängstigend", sagt Monika Sauer. Die Frau aus war mit ihrer Tochter und ihrem Sohn anlässlich der Computermesse CCC Ende des Jahres zu Gast in der Messestadt. Obwohl die Messe am 30. Dezember endete, blieb die Familie noch da. "Wir wollten mal ein Stadtsilvester erleben", erzählt die Mutter aus Starkow (Mecklenburg-Vorpommern).

Das Trio hatte sich für ihren Aufenthalt eine Ferienwohnung im Stadtteil Gohlis ausgesucht.

Diese befindet sich in einem Altbau, zwei Stockwerke über einer Pizzeria. Das Lokal in der Georg-Schumann-Straße hatte letztmalig am 29. Dezember geöffnet, sollte erst nach dem Jahreswechsel wieder für seine Gäste da sein. Doch daraus wurde nichts.

Am späten Silvesterabend befand sich nur noch die Familie in dem Gebäude. Gegen 21.50 Uhr habe es dann einen heftigen Schlag gegeben. "Es war sofort klar, dass es kein normaler Knaller war", sagt Monika Sauer, die am Fenster schon die Flammen nach oben schlagen sah. Sie schnappte ihre Kinder und wollte durchs Treppenhaus ins Freie flüchten. Doch dieses war komplett verqualmt.

Monika und ihre Kinder waren von Feuer und Rauch eingeschlossen. "Da fängt die Angst an. Ich dachte mir: 'Soll's so enden?' Das wäre scheiße. Ich hatte wirklich Panik."

Familie in letzter Sekunde gerettet - Sollte Explosion einen Diebstahl vertuschen?

Die Georg-Schumann-Straße glich zwei Stunden vor dem Jahreswechsel einem Trümmerfeld.
Die Georg-Schumann-Straße glich zwei Stunden vor dem Jahreswechsel einem Trümmerfeld.  © Holger Baumgärtner

Glücklicherweise trafen die Kameraden der Feuerwehr kurz darauf und gerade noch rechtzeitig mit einem Großaufgebot an. Mit angelegtem Atemschutz konnte das Trio das Mehrfamilienhaus verlassen und ins Freie gerettet werden.

Dort offenbarte sich die enorme Wucht der Detonation: Glassplitter, Einrichtungsgegenstände und die Eingangstür lagen über die gesamte vierspurige Hauptverkehrsstraße verteilt.

Die Betreiber der Pizzeria, das Ehepaar Cindy und Omar Ait Taleb, sind schockiert über den Vorfall. "Als wären wir in einem Traum", fühle es sich auch Monate später noch an, sagt Cindy.

Die Ermittler konnten eine technische Ursache als Brand- und Explosionsursache schnell ausschließen (TAG24 berichtete).

Vielmehr wurden mehrere Brandherde im Lokal verteilt gefunden. An einem davon wurde eine Propangasflasche platziert, die durch die Hitze explodierte.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Täter vermutlich schon über den zuvor aufgebrochenen Hintereingang und über alle Berge verschwunden. Ihre Beute: ein kompletter Pizzaofen, eine Brotschneidemaschine, diverse Lebensmittelvorräte, darunter auch zwei komplette Dönerspieße. "Aufgrund der Menge und der Größe der Gegenstände, die gestohlen wurden, vermuten wir, dass die Täter einen größeren Pkw oder einen Transporter gehabt haben", sagt Polizeisprecherin Katharina Geyer. Sie geht davon aus, dass das Feuer gelegt wurde, um die Spuren des Einbruchsdiebstahls zu vertuschen.

Könnt Ihr Angaben zur Tat oder den Tätern machen? Habt Ihr verdächtige Beobachtungen rund um die Pizzeria gemacht? Meldet Euch bitte der Leipziger Kriminalpolizei unter Tel. 034196646666.

Das betroffene Gebäude befindet sich in der Georg-Schumann-Straße 161, unweit der S-Bahnhaltestelle Leipzig-Möckern.
Das betroffene Gebäude befindet sich in der Georg-Schumann-Straße 161, unweit der S-Bahnhaltestelle Leipzig-Möckern.  © Google Maps

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