Frau verliert Zähne, als sie aus Tram gestoßen wurde: "Werde das Geräusch nie vergessen!"

Leipzig - Ein unglaublich brutaler Angriff hatte sich Ende März im Leipziger Westen zugetragen: Ein noch immer unbekannter Täter stieß dort eine 62-Jährige an einer Haltestelle aus der Straßenbahn. Das Opfer wurde schwer verletzt (TAG24 berichtete). Jetzt hat Petra M. erstmals über die Attacke gesprochen.

Der Vorfall ereignete sich am 26. März, einem Dienstag, an der Haltestelle Antonien-/Gießerstraße.
Der Vorfall ereignete sich am 26. März, einem Dienstag, an der Haltestelle Antonien-/Gießerstraße.  © Google Maps

Vier ausgeschlagene Zähne, mehrere Prellungen und eine Gehirnerschütterung. Das ist das Resultat eines Angriffs am 26. März in Plagwitz. "Wir ermitteln in dem Fall wegen Körperverletzung, denn die Frau stürzte infolge des Stoßes und zog sich dabei erhebliche Verletzungen zu", sagte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf.

An diesem Dienstag fuhr Petra M. wie immer am Nachmittag mit der Straßenbahn-Linie 1 stadtauswärts nach Hause. "Wenn ich von der Arbeit komme, bin ich oft geschafft", erzählt die 62-Jährige bei "Kripo live". "Ich lese in der Straßenbahn immer etwas. Das entspannt mich. Ich achte dann gar nicht auf meine Umwelt."

Gegen 15 Uhr bremste die ungewöhnlich volle Tram ab, Petra stellte sich an die Tür, wollte an der Haltestelle Antonien-/Gießerstraße aussteigen. "Ich kann aber nicht so schnell, weil ich Knieprobleme habe. Deshalb hatte ich mich am Haltegriff auch gut festgehalten."

Offenbar dauerte ihr Aussteigen einem der Fahrgäste zu lang. Die 62-Jährige bekam einen kräftigen Stoß in den Rücken, verlor den Halt und stürzte mit dem Gesicht zuerst auf den harten Straßenasphalt.

"Dieses Geräusch werde ich wohl nie vergessen!"

An einer Haltestelle im Leipziger Westen wurde Petra M. (62) aus der Straßenbahn gestoßen, verlor mehrere Zähne, erlitt Prellungen und eine Gehirnerschütterung. (Archivbild)
An einer Haltestelle im Leipziger Westen wurde Petra M. (62) aus der Straßenbahn gestoßen, verlor mehrere Zähne, erlitt Prellungen und eine Gehirnerschütterung. (Archivbild)  © Ralf Seegers

Das Opfer lag geschockt und schwer verletzt am Boden. "Das Nächste, an das ich mich erinnern kann, war das Krachen meiner Zähne. Dieses Geräusch werde ich wohl nie vergessen", sagte M. in der MDR-Sendung.

Die Frau schleppte sich auf den nahen Gehweg, rief ihren Ehemann mit dem Handy an. Unglaublich: Obwohl laut Polizei zu dieser Zeit viele andere Fahrgäste an der Haltestelle ein- und ausgestiegen sind, konnte niemand Angaben zu dem Täter oder der Täterin machen.

Braunsdorf: "Die Ermittlungen gestalten sich deshalb schwierig, weil wir keinen Hinweis auf den Täter oder die Täterin haben. Das bedeutet, wir haben weder eine Personenbeschreibung, noch wissen wir genau um den Tathergang. Die Frau erinnert sich zwar, gestoßen worden zu sein, kann aber nichts sagen, wer sich in ihrem Umfeld aufgehalten hat."

Ebenso würden keine Überwachungsbilder aus den Kameras der Straßenbahn vorliegen. "Die Frau hat den Fall erst Tage später angezeigt, sodass wir die Bilder nicht mehr sichern konnten. Denn diese sind immer nur einen gewissen Zeitraum vorhanden", erklärte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf.

Die Polizei bittet Zeugen und Hinweisgebern, sich bei der Leipziger Kripo unter Tel. 034194600 zu melden.

Die gesamte "Kripo live"-Folge vom Sonntag könnt Ihr Euch >>>hier noch einmal anschauen.

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