"Kripo live": Tram-Fahrerin Sylvia erleidet nach Raubüberfall Hirnblutung

Halle (Saale) - Vor rund fünf Wochen wurde Straßenbahnfahrerin Sylvia Hänsel (54) nach Dienstschluss von einem unbekannten Täter überfallen, ausgeraubt und verletzt liegen gelassen. Nun hat das Opfer in der MDR-Sendung "Kripo live" über die Tat gesprochen.

Sylvia Hänsel (54) wurde von einem Mann überfallen, verletzt und ausgeraubt.
Sylvia Hänsel (54) wurde von einem Mann überfallen, verletzt und ausgeraubt.  © MDR Mediathek

Seit fünf Jahren arbeitet Sylvia Hänsel als Tram-Fahrerin für die Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG). Bis zum 24. April auch ohne schlimme Vorkommnisse. Doch an diesem Tag, einem Mittwoch, sollte sich ihr Leben schlagartig ändern.

Routinemäßig übernimmt die 54-Jährige die Bahnen ihrer Kollegen meist in der Innenstadt der Saalestadt und bringt sie nach Dienstschluss in den Betriebshof Rosengarten an der Merseburger Straße im Süden der Stadt zurück. "Ich hatte mich noch gefreut, dass ich vor 24 Uhr Feierabend habe", berichtet die Fahrerin von dem Abend. "Ich hätte nicht gedacht, dass noch irgendetwas Bösartiges dazwischen kommt."

Etwa um 23.40 Uhr verließ sie das Betriebsgelände in Richtung der Haltestelle, um von dort aus nach Hause zu fahren. Ihrem Lebensgefährten, der ebenfalls Straßenbahnfahrer ist, schickt Hänsel eine WhatsApp-Sprachnachricht, dass sie auf dem Heimweg ist. "Ich hatte nicht auf die Umgebung geachtet, weil dort nichts weiter ist als die Parkplätze für unsere Autos und ein Baumarkt."

Von ihr unbemerkt näherte sich ein Mann von hinten. "In dem Moment hat es mich weggehauen. Ich weiß nicht, wo er herkam, ich habe nichts gehört oder gesehen", berichtet die 54-Jährige dem MDR-Team. Ihren Rucksack und das Handy ließ der Räuber mitgehen und die Frau verletzt am Boden liegen.

Sylvia hatte "keine Chance" und erleidet Hirnblutung

Der Täter flüchtete auf der B91/Merseburger Straße in südliche Richtung, vorbei an der Aral-Tankstelle.
Der Täter flüchtete auf der B91/Merseburger Straße in südliche Richtung, vorbei an der Aral-Tankstelle.  © Google Maps

"Ich weiß nur, dass ich zu mir gekommen bin mit jämmerlichen Kopfschmerzen und begreifen musste, was passiert war", so Sylvia Hänsel weiter.

Sie sei sich immer recht sicher gewesen und habe sich nie Gedanken darüber gemacht, dass irgendwann mal so etwas passieren könnte.

"Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nur davon ausgehen, dass es sich um stumpfe Gewalt gehandelt hat", sagt Polizeihauptmeister Thomas Müller. "Welches Tatwerkzeug benutzt wurde, können wir zum aktuellen Ermittlungsstand nicht sagen. Die Geschädigte hatte nach unserer Ansicht keine Chance, dies zu verhindern."

Da der Weg sehr dunkel und die Personenbewegungen in diesem Bereich und zu dieser Zeit sehr sporadisch ist, gehen die Ermittler davon aus, "dass sich der Täter dort auskannte und wissen musste, dass sich zu diesem Zeitpunkt Personen dort bewegen", so Müller.

Sylvia kam nach dem Angriff zu sich und sah den Täter sogar noch in Richtung B91/Aral-Tankstelle weglaufen. Sie schleppte sich zum Betriebshof zurück, wo ihre Kollegen Notarzt und Polizei verständigten. Die 54-Jährige trug eine Beule am Kopf und eine Hirnblutung davon, die zwei Tage lang in einer Klinik beobachtet wurde. Sie ist seit dem Vorfall krankgeschrieben und benötigt psychologische Unterstützung.

Der schlanke, junge und etwa 1,80 Meter große Räuber erbeutete neben 30 Euro Bargeld auch zwei schwarze Samsung-Handys der Modelle A6 und S7, wichtige Papiere und Schlüssel sowie den Rucksack.

Sylvia Hänsel: "Mein Lebensgefährte und ich haben einen Antrag gestellt, dass wir in den Spätschichtplan kommen, damit wir die Möglichkeit haben, zusammen nach Hause zu fahren. Das würde schon eine größere Sicherheit darstellen."

Wenn Ihr Hinweise zu der Tat geben könnt, meldet Euch bitte bei der Kripo Halle unter Tel. 03452242000.

Diesen und andere Fälle der aktuellen "Kripo live"-Folge könnt Ihr >>>hier in der Mediathek noch einmal anschauen.

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