Acht Monate nach Unfall: Kristina Vogel hilft wieder bei Medaillen-Jagd mit

Erfurt/Pruszkow - Acht Monate ist es her, dass sich Bahnrad-Olympiasigerin Kristina Vogel bei einem Sturz so schwer verletzt hat, dass sie im Rollstuhl sitzen muss. Bei der aktuellen Bahnrad-WM spielt sie für das deutsche Team aber immer noch eine zentrale Rolle.

Bei der Wahl zu Sportlerin des Jahres wurde Vogel Zweite, kümmert sich nun von anderer Stelle aus um ihr ehemaliges Team.
Bei der Wahl zu Sportlerin des Jahres wurde Vogel Zweite, kümmert sich nun von anderer Stelle aus um ihr ehemaliges Team.  © DPA

Als Tippgeberin und Motivatorin hat Kristina Vogel ihre einstigen Teamkolleginnen sogar noch auf dem Weg zur ersten Medaille bei der Bahnrad-WM im polnischen Pruszkow begleitet.

Vogels langjährige Erfolgspartnerin Miriam Welte und WM-Debütantin Emma Hinze hatten am Mittwochabend bei der WM in der Nähe von Warschau die Bronzemedaille im Teamsprint geholt.

"Sie war zuhause in Erfurt vor dem Fernseher dabei und hat zwischen den Läufen immer wieder geschrieben und uns angefeuert", sagte Welte nach dem ersten Edelmetall für den Bund Deutscher Radfahrer bei der ersten WM nach der Ära Vogel. "Es war ein Stück weit Kristina, die dabei war, auch wenn sie nicht live vor Ort sein konnte", ergänzte die 32-Jährige. Vogel will allerdings noch nach Pruszkow kommen und dabei nicht nur als Kommentatorin dabei sein, sondern auch als Athletensprecherin.

Welte hatte mit der seit ihrem schweren Trainingsunfall im Juni 2018 querschnittsgelähmten Vogel unter anderem viermal WM- und einmal Olympia-Gold gewonnen. "Sie hat mir geschrieben, was ich noch besser machen könnte", erklärte die 21 Jahre alte Hinze nach ihrem ersten WM-Edelmetall im Profi-Bereich.

Bereits am Abend vor dem Rennen leistete Vogel wichtige moralische Unterstützung bei ihren einstigen Teamkolleginnen. "Kristina hat uns bei jeder WM immer eine kleine Wettkampfüberraschung geschenkt. Das war entweder ein Ü-Ei oder ein Stück Schokolade. Immer etwas Kleines, was noch mal einen Motivationskick geben sollte", sagte Welte. Und das sollte auch in diesem Jahr nicht anders sein, denn im Hotel warteten die Überraschungseier von Vogel auf das Team.

Und auch ihre Fans hat Kristina Vogel auf Instagram an ihrem Seelenleben teilhaben lassen, teilte ein Bild von sich nach einem erfolgreichen Rennen mit einer Deutschland-Flagge um die Schultern. Sie habe einen Plan gehabt, doch das Leben laufe eben anders, erklärt sie. Nun werde sie das Team wie das größte Fangirl anfeuern und sei nervöser als wenn sie selber am Start stand, schreibt sie auf Englisch.

"Das Radfahren ist eine Familie", beendet sie ihren Post und rührt ihre Follower. "Königin der Bahn für alle Zeiten", heißt es da unter anderem. In den kommenden Tagen wird Kristina Vogel also hautnah dabei sein, wenn ihr Team um die Medaillen kämpft.

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Thüringen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0