Kritik an AfD Wahlkampf-Kampagne: "Verlogenheit kaum zu überbieten!"

Berlin - Führende SPD-Politiker haben der AfD wegen Wahlkampfslogans in Anlehnung an die Zeit der DDR-Bürgerrechtsbewegung Unverfrorenheit vorgeworfen.

Andreas Kalbitz nimmt am Wahlkampfauftakt der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) vor der Stadthalle Cottbus teil.
Andreas Kalbitz nimmt am Wahlkampfauftakt der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) vor der Stadthalle Cottbus teil.  © dpa/Patrick Pleul

So wirbt etwa die AfD in Brandenburg auf Plakaten unter dem Motto "Wende 2.0" mit Slogans wie "Wir sind das Volk!" oder "Vollende die Wende" für sich.

Viele Hoffnungen der Ostdeutschen in die "erste Wende" hätten sich nicht erfüllt, so die AfD. Die kommissarische SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig sagte laut einer Mitteilung am Mittwoch: "Die Verlogenheit der AfD ist kaum zu überbieten."

Schwesig warf den aus Westdeutschland stammenden AfD-Chefs von Thüringen und Brandenburg, Björn Höcke und Andreas Kalbitz, vor, den Menschen vorzugaukeln, sie seien bei der friedlichen Revolution dabei gewesen.

"Sie haben keine Ahnung, was es bedeutet hat, in der DDR für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf die Straße zu gehen."

SPD-Vize Ralf Stegner warf der AfD auf Twitter "unverfrorene Kampagnen" vor.

Der Theologe und ehemalige DDR-Bürgerrechtler Richard Schröder (SPD) kritisierte es in der Wochenzeitung "Die Zeit" als "peinlich daneben und anmaßend", dass die AfD die friedliche Revolution von 1989 für sich reklamiere.

Als "schlicht obszön" kritisierte Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) die Kampagne in der "Bild"-Zeitung.

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