Harte Worte: Biedenkopf knöpft sich Tillich vor

Kurt Biedenkopf (87) spart nicht mit Kritik an Stanislaw Tillich.
Kurt Biedenkopf (87) spart nicht mit Kritik an Stanislaw Tillich.  © DPA

Dresden – Nach dem miesen Abschneiden der Sachsen-CDU bei der Bundestagswahl kommt von Alt-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (87, CDU) vernichtende Kritik! Er knöpft sich vor allem seinen Nachfolger Stanislaw Tillich (58, CDU) vor. Er sorge sich um sein Lebenswerk, sagte Biedenkopf mit Blick auf den AfD-Triumph in der "Zeit".

Für sein Amt fehle Regierungschef Tillich die "Vorbildung", so Biedenkopf. Tillich sei für das Amt ursprünglich nicht vorgesehen gewesen: "Er hat das nie gelernt", sagt Biedenkopf. Ein Ministerpräsident dürfe nicht scheu sein, wenn es um Entscheidungen gehe. "Er lebt ein bisschen in einer anderen Welt, ist primär interessiert an Kompromissen", so Biedenkopf über Tillich, "ein Ministerpräsident ist aber etwas anderes als ein Präsident".

Biedenkopf sagte der "Zeit", dass die Sachsen mit ihrer Regierung unzufrieden seien. "Sie können es nicht vertragen, wenn sie das Gefühl haben, nicht gut regiert zu werden", so Biedenkopf. "Wenn die Polizeiausstattung fehlt, wenn die Sicherheit an den Grenzen nicht funktioniert, wenn die Lehrer nicht ausreichen, fühlen sich die Menschen unsicher."

Nun werde es schwierig sein, die Leute zurückzugewinnen. Den Versuch Tillichs, einen Rechtsruck anzustreben, hält der Alt-Ministerpräsident für vergebens. Im Landtag säßen bereits AfD-Abgeordnete. "Wie willst du rechts von denen ankommen? Jetzt ist es zu spät", so Biedenkopf.

Und der langjährige Regierungs-Chef spricht schon von einem Tillich-Nachfolger! Er würde sich den bisherigen Bundesinnenminister und ehemaligen sächsischen Landesminister Thomas de Maizière wünschen.


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