Nach Kritik an Polizeischule: Anhörung offenbart wahre Probleme

Stühle sind in einem Klassenraum in der Berliner Polizeiakademie auf die Tische gestellt.
Stühle sind in einem Klassenraum in der Berliner Polizeiakademie auf die Tische gestellt.  © DPA

Berlin - Eine parlamentarische Anhörung zu Problemen an der Berliner Polizeischule hat ein uneinheitliches Bild der Situation gezeichnet.

Klar wurde am Montag aus den Beschreibungen von Dozenten, Personalvertretern und einer Auszubildenden, dass es immer mal wieder Schwierigkeiten mit einzelnen Polizeischülern gibt - diese aber wohl nicht ganze Klassen oder gar Jahrgänge betreffen.

Ahmad Mansour, bekannter Psychologe und arabischstämmiger Deutsch-Israeli, der als Gastdozent an der Polizeiakademie lehrt, sprach im Innenausschuss von Einzelfällen, die schwierig oder grenzwertig seien. Es gebe meist pro Klasse etwa einen Schüler, "bei dem ich Bauchschmerzen habe".

Das könne ein deutschstämmiger Polizist mit einer sehr rechten und ausländerfeindlichen Einstellung sein. Oder ein junger Mann mit türkischer oder arabischer Herkunft, der frauenfeindliche oder antisemitische Meinungen vertrete. Beides sei nicht zu akzeptieren.

Es mangelt massiv an Disziplin

Ein Polizeiwagen fährt in die Berliner Polizeiakademie.
Ein Polizeiwagen fährt in die Berliner Polizeiakademie.  © DPA

Auch eine Personalvertreterin der Azubis sprach von einzelnen Problemen mit fehlender Disziplin besonders bei den sehr jungen Polizeischülern.

Eine Auszubildende und Sprecherin einer Klasse von bereits älteren Schülern sagte hingegen, ihre Mitschüler fühlten sich zu Unrecht kritisiert und negativ dargestellt.

Der Leiter der Polizeiakademie, Jochen Sindberg, verwies auf die massiven Reformen, die vor einigen Jahren wegen der veralteten Strukturen und Inhalte eingeleitet worden seien. Innen-Staatssekretär Torsten Akmann (SPD) forderte einen sachlichen Umgang mit den Schwierigkeiten anstatt einer Skandalisierung.

Anonyme Vorwürfe zu Zuständen an der Schule für den Polizeinachwuchs hatten im November für Aufmerksamkeit gesorgt, wie TAG24 berichtete. Die Rede war von Disziplinlosigkeit, Lernverweigerung und schlechtem Deutsch in einer Klasse mit vielen Schülern aus Einwandererfamilien.

Titelfoto: DPA


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