"Kroos"-Regisseur Oldenburg exklusiv: So überraschend lief das Interview mit Uli Hoeneß ab!

Dresden - Er durfte hinter die Kulissen der Fußballwelt schauen! Regisseur Manfred Oldenburg ("Das Wunder von Bern – Die wahre Geschichte") drehte einen hochinteressanten Dokumentarfilm (ab 4. Juli in den deutschen Kinos) über Fußballstar Toni Kroos (lest >>hier die Filmkritik) und stand TAG24 im Exklusiv-Interview über 25 Minuten lang Rede und Antwort.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß (r.) mit Toni Kroos (M.) und Jupp Heynckes bei der Weltpremiere von "Kroos".
Bayern-Präsident Uli Hoeneß (r.) mit Toni Kroos (M.) und Jupp Heynckes bei der Weltpremiere von "Kroos".  © DPA

Lest >>hier Teil eins des Interviews.

TAG24: Wie haben Sie die ganzen namhaften und exklusiven Interviewpartner vor die Kamera bekommen? Gab es dabei mit irgendjemandem Probleme oder lief es mit allen reibungslos ab?

Oldenburg: "Das hat wirklich mit allen reibungslos funktioniert. Auch mit dem FC Bayern, wo ich gedacht habe, dass wir die größten Schwierigkeiten haben, weil die Bayern 2014 Toni 'weggeschenkt' haben.

Aber wir hatten eine ganz schnelle Zusage vom FC Bayern und Uli Hoeneß, der sich dem Interview gestellt hat ohne irgendwelche Bedingungen zu stellen. Er kam rein und hat gesagt: Fragt, was ihr wollt!

Ich finde, das merkt man diesem Interview auch an. Deshalb ist er auch so häufig reingeschnitten, weil er ganz unvoreingenommen über seine Erinnerungen spricht. Natürlich auch emotional, wenn man das 'Finale dahoam' 2012 hat, wo er ganz zum Schluss sagt und das fand ich auch groß von ihm, dass es offensichtlich ein Fehler war, Toni gehen zu lassen."

Manfred Oldenburg ist seit der WM 1974 und auch dank Gerd Müller Fußballfan

Gerd Müller schoss Deutschland mit seinem siegbringenden Tor zum 2:1 gegen die Niederlande zum WM-Titel 1974 und war einer der besten deutschen Stürmer aller Zeiten.
Gerd Müller schoss Deutschland mit seinem siegbringenden Tor zum 2:1 gegen die Niederlande zum WM-Titel 1974 und war einer der besten deutschen Stürmer aller Zeiten.  © DPA

TAG24: Seit wann sind Sie denn persönlich Fußballfan und welches ist Ihr Lieblingsverein?

Oldenburg: "Ich bin Fußballfan, seitdem ich denken kann. Das fing mit fünf oder sechs Jahren an. Da war die WM in Deutschland 1974 und alle sprachen nur von Gerd Müller. Und ich habe als kleines Kind gedacht: Boah, Gerd Müller! Wenn du mal so bist wie Gerd Müller, hast du es geschafft!

Dann habe ich meinen Onkel gefragt: Wer oder was ist Gerd Müller? Das ist der Stürmer der Nationalmannschaft, das ist der wichtigste Mann. Da war ich natürlich Gerd-Müller-Fan. Dann hat mein Onkel einen Satz gesagt, der mein ganzes weiteres Leben bestimmt hat: Wenn Du Gerd-Müller-Fan bist, musst du aber auch die Bayern gut finden. Also sprechen Sie gerade mit einem Fan des FC Bayern."

TAG24: Vor diesem Hintergrund war das Interview mit Uli Hoeneß dann ja noch interessanter!

Oldenburg: "Ich fand das als Fan wirklich ganz, ganz toll, wie offen der FC Bayern reagiert hat. Sie können das ja nie trennen. Sie sind zwar professioneller Journalist, aber Sie sind auch Fan.

Ich habe das dann während des Interviews die ganze Zeit getrennt, aber tief in meiner Seele habe ich gedacht: Besser hätte dieser Dreh nicht laufen können, weil ich es toll fand, wie offen und auch emotional Uli Hoeneß diese Zeit mit Toni reflektiert hat. Emotional im Sinne von er hat keine Worthülsen gebracht, sondern er hat es mit Leben gefüllt."

Manfred Oldenburg über Cristiano Ronaldo: "Mein Gott, muss der sich das Trikot jetzt herunterziehen?"

"Kroos"-Regisseur Manfred Oldenburg (r.) freute sich über ein sehr offenes Interview mit FCB-Präsident Uli Hoeneß. (Bildmontage)
"Kroos"-Regisseur Manfred Oldenburg (r.) freute sich über ein sehr offenes Interview mit FCB-Präsident Uli Hoeneß. (Bildmontage)  © PR/BROADVIEW Pictures/dpa

TAG24: Als die Drehgenehmigung kam und auch die Erlaubnis von Toni Kroos: Wie sah ihre Vorbereitung aus und was hatten Sie vorher für ein Bild von ihm, das sich während des Filmes ja vielleicht auch gewandelt hat?

Oldenburg: "Ich habe Toni immer verfolgt, mochte immer seine Art, Fußball zu spielen. Er hat nie diese Anerkennungsnot wie ein Cristiano Ronaldo, wo man immer so das Gefühl hat: Mein Gott, muss der sich das Trikot jetzt herunterziehen? Da hat man einfach das Gefühl, dass er in jedem Spiel der Welt klar machen muss, wie gut er ist.

Toni geht auf den Platz und weiß, wie gut er ist. Er muss es niemandem erzählen. Er hat sich in München nie gewehrt, über dieses Bild des 'Querpass-Toni' und dieses Phlegma, das er angeblich haben soll. Das hat er überhaupt nicht.

Ich fand stark, wie sehr er in sich ruht, dass er überhaupt nicht diesen Wunsch und dieses Bedürfnis hat, dieses Bild in der Öffentlichkeit geradezustellen. Es langt ihm, dass sein engstes Umfeld weiß, wie er ist. Das hat mich als Filmemacher die ganze Zeit begleitet. Er hat nie gespielt, er war immer er selbst, ob die Kamera lief oder nicht. Ich habe schon mit sehr vielen Prominenten gedreht und bei einigen ist der Reflex dann so, wenn das Rotlicht angeht, sind sie plötzlich präsent und in eine Rolle schlüpfen, weil sie wissen: Jetzt gilt es! Das ist bei Toni überhaupt nicht der Fall."

TAG24: Wie viel Zeit haben sich denn die anderen Interviewpartner für Sie genommen?

Oldenburg: "Also wir haben mit Heynckes, mit Guardiola oder auch mit Zidane eine dreiviertel- bis Stunde Interviewzeit gehabt. Normalerweise haben solche Persönlichkeiten vielleicht fünf oder zehn Minuten. Die haben sich richtig Zeit genommen und kamen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus."

Am morgigen Donnerstag folgt Teil drei des Interviews mit "Kroos"-Regisseur Manfred Oldenburg.

Titelfoto: PR/BROADVIEW Pictures/dpa

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