Wegen Streik! Küchenchef bleibt auf Kita-Essen sitzen

Jens Ulbricht (47), Geschäftsführer von „La Ola Zentralküche“ ist traurig und wütend, weil er wegen des Kita-Streiks Essen wegschmeißen muss.
Jens Ulbricht (47), Geschäftsführer von „La Ola Zentralküche“ ist traurig und wütend, weil er wegen des Kita-Streiks Essen wegschmeißen muss.

Von Stefan Ulmen

Pulsnitz - Der aktuelle Kita-Streik mit völlig offenem Ende schlägt einem Mann besonders auf den Magen: Jens Ulbricht (47), Chef von „La Ola Zentralküche“.

Mit seinen 180 Mitarbeitern fertigt er täglich in Pulsnitz rund 18.000 Speisen - von denen plötzlich sehr viele nicht mehr gebraucht werden ...

„Der Anteil in den Kitas macht bis zu 20 Prozent aus“, berichtet Ulbricht. „Unsere Vorräte und Bestellungen waren natürlich auch auf diese Menge angelegt.“

Jetzt fallen nach seinen Angaben rund 3000 Mahlzeiten pro Tag ersatzlos aus - ein riesiges Logistik-Problem: „Einen Teil der Zutaten können wir einfrosten. Aber frische Sachen wie Salate und Gemüse müssen wir leider wegwerfen.“

Die Firmenzentrale von „La Ola in Pulsnitz“. Das Unternehmen produziert täglich 18 000 Essen, davon bis zu 20 Prozent für Kitas.
Die Firmenzentrale von „La Ola in Pulsnitz“. Das Unternehmen produziert täglich 18 000 Essen, davon bis zu 20 Prozent für Kitas.

Ihm vergeht als Unternehmer langsam die Lust am Appetitmachen: Der Mai habe ohnehin nur 18 Arbeitstage, jetzt addierten sich noch die Streiktage als Ausfall.

Hinzu kämen die 2010 von 7 auf 19 Prozent gestiegene Umsatzsteuer und der Mindestlohn seit Anfang des Jahres. Dazu noch anteilige Nebenkosten (wie Hausmeister und Gebäudeversicherung) in den Häusern, wo er Essen anbiete.

Seine bittere Bilanz: „Und trotzdem wollen die Eltern Top-Essen für möglichst kleines Geld ... Ich überlege echt, ob ich die Kita-Versorgung überhaupt noch weitermache.“

Sein Liefergebiet reicht von Ostsachsen (Bautzen, Hoyerswerda) bis in den Chemnitzer Beritt (Mittweida, Frankenberg).

Falls er seine Pläne in die Tat umsetzt, müssten auch 20 Prozent seiner Mitarbeiter gehen ... MOPO24 bleibt dran!

Fotos: Eric Münch


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