Horror in Allgäuer Milchbetrieb: Behörde sieht von Schließung ab

Memmingen - Nach Tierquälerei-Vorwürfen (TAG24 berichtete) ist am Mittwoch ein großer Milchviehbetrieb im Allgäu durchsucht worden.

In den Videoaufnahmen der Soko Tierschutz sieht man, wie eine Kuh durch den Stall geschleift wird.
In den Videoaufnahmen der Soko Tierschutz sieht man, wie eine Kuh durch den Stall geschleift wird.  © Screenshot/YoutTube/SOKOTIERSCHUTZ

Der Sprecher der Memminger Staatsanwaltschaft bestätigte die Razzia in dem Unternehmen in Bad Grönenbach.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen zusammen mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Mittwochnachmittag in Memmingen über die Durchsuchung berichten.

In dem Großbetrieb im Unterallgäu sollen Kühe misshandelt worden sein (TAG24 berichtete). Eine Tierrechtsorganisation hatte entsprechende Videoaufnahmen öffentlich gemacht. Das Unternehmen war auch am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat es nach Bekanntwerden der Vorwürfe "Bedrohungen, Beleidigungen und Sachbeschädigungen zum Nachteil der Betreiberfamilie" des Hofs gegeben.

Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe angekündigt, die Kontrollen von Großbetrieben neu zu organisieren.

Die dafür zuständige Spezialbehörde soll zwei neue Standorte und 25 neue Stellen dafür erhalten.

Update 14.30 Uhr: Ermittlungen gegen neun Verdächtige wegen Tierquälerei

Nach Tierquälerei-Vorwürfen ist der Milchviehbetrieb im Allgäu durchsucht worden.
Nach Tierquälerei-Vorwürfen ist der Milchviehbetrieb im Allgäu durchsucht worden.  © Benjamin Liss/dpa

Nach den Tierquälerei-Vorwürfen gegen Verantwortliche eines großen Allgäuer Milchviehbetriebs wird gegen neun Verdächtige ermittelt.

Dies gaben Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch in Memmingen bekannt. Beim Polizeipräsidium in Kempten wurde zur Aufklärung der Vorwürfe eine 30-köpfige Sonderkommission gegründet.

Nachdem die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen den Betrieb in Bad Grönenbach seit drei Wochen prüft, sieht die Behörde den Verdacht von tierschutzrechtlichen Verstößen gegeben.

Am Mittwoch wurden daher 21 Objekte durchsucht, darunter der Betrieb in Bad Grönenbach.

Ermittelt wird gegen sechs Beschäftigte des Unternehmens und drei Tierärzte, die für das Wohl der Rinder in dem Betrieb verantwortlich waren.

Update 18 Uhr: Milchviehbetrieb wird nicht geschlossen

Nach den Tierquälerei-Vorwürfen im Allgäu hat das Landratsamt den betroffenen Milchviehbetrieb mit Auflagen belegt, sieht von einer Schließung jedoch zunächst ab.

"Unter anderem muss der Landwirt einen Tierschutzbeauftragten einsetzen", sagte eine Sprecherin des Landratsamts Unterallgäu in Mindelheim der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Dieser solle überwachen, dass Tierschutzgesetze eingehalten werden.

Zudem sei dem Betrieb das Töten von Rindern bis auf Weiteres untersagt. Vor einem Transport zu einem Schlachthof müssen Tiere überdies von einem amtlichen Tierarzt untersucht werden, wie die Behörde auf ihrer Internetseite schrieb.

"Eine Betriebsschließung kommt im vorliegenden Fall zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Betracht", sagte die Sprecherin. "Dadurch wäre auch den Tieren nicht geholfen. Diese sind und werden versorgt", sagte sie.

Titelfoto: Screenshot/YoutTube/SOKOTIERSCHUTZ

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