Abgespact! Künstlerpaar dreht Kurzfilm in der Gläsernen Manufaktur

Dresden - Was ist die Zukunft des Menschen, wird er irgendwann nur noch Maschine sein? Ist, was gerade noch Science-Fiction war, nicht schon der nächste Schritt der Wirklichkeit? Die Künste beschäftigen sich nur zu gern mit solchen Themen. Aktuell tut es das Dresdner Künstlerpaar Harriet und Peter Meining. Ihr Kurzfilm "Falter" entsteht zurzeit, unter anderem in der Gläsernen Manufaktur.

Bevor Freitag in der Gläsernen Manufaktur gedreht wurde, versammelten sich die Beteiligten zum Pressetermin: Harriet und Peter Meining (links) sowie die Schauspieler Michael Kanz und André Hennicke.
Bevor Freitag in der Gläsernen Manufaktur gedreht wurde, versammelten sich die Beteiligten zum Pressetermin: Harriet und Peter Meining (links) sowie die Schauspieler Michael Kanz und André Hennicke.  © Petra Hornig

Mit ihrer Produktionsfirma norton.commmander gehörten die Meinings jahrzehntelang zu den führenden Theatermachern der freien Szene.

Vor gut vier Jahren und seit 2017 ganz und gar haben sie sich auf die Filmarbeit verlegt. "Unsere Lust auf Film war letztlich größer", sagt Harriet Meining. MauserFilm GbR, so heißt die neue Firma, mit Stammsitz in Dresden.

Der Film entsteht zum geringen Teil in der Gläsernen Manufaktur von VW. Hauptdrehort ist das Alte Pumpenhaus. Seit gut sechs Tagen wird gedreht, am Sonntag ist Schluss. Inklusive Filmförderung haben die Meinings 70 000 Euro in das Projekt gesteckt, sie sind Produzenten, Drehbuchautoren und Regisseure.

Einsamkeit und Aussichtslosigkeit, das sind Empfindungen, mit denen Zukunftsangst oft korrespondiert. Auch Falter, die Hauptfigur des Films, ist davon betroffen.

Ein nicht mehr junger Mann, der sich, um nicht mehr allein zu sein, einen Androiden zulegt, Dave. Als Falter schwer verunglückt, lässt Dave ihn als künstlichen Menschen wiederauferstehen.

Wie lebt es sich in dem Bewusstsein, fortan eine Maschine zu sein? Peter Meinig: "Die Frage nach der Zukunft des Menschseins beschäftigt uns seit Jahren". Ist der Humanismus am Ende? Gibt es einen Posthumanismus? Oder sind Androiden am Ende auch nur Menschen? "Wir fantasieren uns in die Zukunft", so Harriet Meining.

Ein starker Stoff, im Prinzip abendfüllend, doch wird der fertige Film nur etwa 25 Minuten Länge haben. Umso besonderer ist, dass er mit André Hennicke als Falter, Michael Kranz als Dave und außerdem Dennenesch Zoudé, Viktor Tremmel, Bernhard Schütz und Christian Erdt sehr gut und durchaus prominent besetzt ist.

"Obwohl es ein Kurzfilm ist", sagt Michael "Dave" Kranz, "ist es eine Arbeit, die nach großen Bildern sucht".

Dennoch: Für Kurzfilme gibt es außer den einschlägigen Festivals kaum einen Markt. Wie wollen die Meinings ran ans Publikum, wo und wann werden wir "Falter" sehen können?

Ins Fernsehen bringen wolle man den Film, sagt Peter Meining. Der Weg über die Kurzfilmfestivals scheint ohnehin vorgezeichnet. Eines der wichtigsten spielt in Dresden.