Kuhglocken-Streit: Gericht hat Entscheidung verkündet

München - Im Holzkirchner Kuhglocken-Streit will am Mittwoch (09.15 Uhr) das Oberlandesgericht (OLG) eine weitere Entscheidung verkünden.

Die Milchbäuerin Regina Killer steht mit Kuhglocken in ihrem Viehstall. Ein Ehepaar in Holzkirchen fühlt sich von den Glocken der Kühe gestört und klagte dagegen.
Die Milchbäuerin Regina Killer steht mit Kuhglocken in ihrem Viehstall. Ein Ehepaar in Holzkirchen fühlt sich von den Glocken der Kühe gestört und klagte dagegen.  © DPA

Ein Ehepaar in dem oberbayerischen Ort fühlt sich von den Glocken der Kühe auf der angrenzenden Weide gestört und will gerichtlich ein Ende des Gebimmels erreichen (TAG24 berichtete).

Der Ehemann und später auch seine Ehefrau waren in getrennten Prozessen bereits in erster Instanz vor dem Landgericht München II gescheitert. Der Mann zog nun in die zweite Instanz vor das OLG.

Da die tatsächliche Lärmbelastung aus der Ferne schwer einzuschätzen ist, hatten die Richter in der Verhandlung im Februar eine Schlafprobe ins Spiel gebracht. Wenn sich die Parteien nicht einigen könnten, müsse man womöglich die Sache selbst in "Augen- und Ohrenschein" nehmen. Da es um die Nachtruhe gehe, würde dies darauf hinauslaufen, dort eine Nacht zu verbringen.

Die Vorinstanz hatte die Klagen des Mannes und seiner Frau insbesondere wegen eines Vergleiches abgewiesen, den der Mann mit der Bäuerin im September 2015 geschlossen hatte. Demnach sollten Kühe mit Glocken nur im mindestens 20 Meter entfernten Teil der Weide grasen.

Das Ehepaar hatte trotz des Vergleichs geklagt, da der Kompromiss nach seiner Auffassung kaum Entlastung brachte.

Update 10.15 Uhr: Kuhglocken dürfen bimmeln

Die Entscheidung ist gefallen, die Kuhglocken in Holzkirchen dürfen weiter bimmeln!

Das Oberlandesgericht wies am Mittwoch die Klage eines Anwohners zurück.

Update 12.45 Uhr: Ilse Aigner begrüßt Entscheidung

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (54, CSU) hat das Urteil zum Kuhglockenstreit von Holzkirchen begrüßt.

"Es ging bei diesem Streit um grundsätzlich mehr als um vermeintlichen Lärm", sagte Aigner, zu deren Stimmkreis auch Holzkirchen gehört. Es gehe um das Miteinander von Alteingesessenen und Hinzugezogenen.

"Wer privilegiert im Oberland leben möchte, sollte auch die Lebensgepflogenheiten der Menschen hier akzeptieren. Klagen gegen Kirchenlärm, Kuhglocken oder Hähnekrähen treiben einen Keil zwischen Alteingesessene und Neubürger – auch, wenn es bislang nur Einzelfälle sind. Zu unserer ländlichen Lebensart gehört die Kuh auf der Weide – samt Kuhglocke", führte Aigner weiter aus.

Eine Milchkuh leckt an einer Kuhglocke, die im Viehstall der Familie Killer hochgehalten wird.
Eine Milchkuh leckt an einer Kuhglocke, die im Viehstall der Familie Killer hochgehalten wird.  © DPA

Titelfoto: DPA

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