Die Milch macht's - auch ohne Kuh!

Deutschland - Die Kuhmilch ist in den letzten Jahren in Verruf geraten.

Dass Kinder Kuhmilch brauchen, ist Schnee von gestern: Vielmehr löst sie häufig Allergien aus. (Symbolbild)
Dass Kinder Kuhmilch brauchen, ist Schnee von gestern: Vielmehr löst sie häufig Allergien aus. (Symbolbild)  © imago images/Martin Wagner, imago images/Westend61

Knochenschwund, Krebs und auch Diabetes soll das "weiße Gold" auslösen.

Außerdem vertragen allein in Mitteleuropa bis zu 20 Prozent der Menschen keine Kuhmilch.

Und gut für die Umwelt (Stichwort: CO2) ist Kuhmilch schon gar nicht.

Doch welche pflanzlichen Alternativen gibt es?

Sojamilch

Die exotische Bohne ist der Vorreiter in Sachen Alternativen, auch bei der Milch.

Sojamilch enthält fast so viel Eiweiß wie Kuhmilch, aber weniger Kalzium. Die pflanzlichen Hormone (Isofavlone) sollen sogar das Brust- und Prostatakrebsrisiko senken. Bestätigt ist das aber nicht. Der Umwelt zuliebe sollte Soja unbedingt aus Europa stammen und nicht aus abgeholzten Regenwaldgebieten. Außerdem fand die Stiftung Warentest Nickel und Chlorat in Sojamilch. Deshalb Bio wählen!

Sojamilch kann gut zum Backen oder Aufschäumen genutzt werden.

Soja-Bohnen sind die Basis für diese "Milch".
Soja-Bohnen sind die Basis für diese "Milch".  © 123RF/Engdao Wichitpunya

Hafermilch

Der Hafer stammt oft aus heimischem oder zumindest EU-Anbau.

Das macht Hafermilch zur nachhaltigen Alternative. Zudem ist Hafermilch vegan und laktosefrei. Sogar glutenfrei gibt es den Pflanzendrink inzwischen. Nachteil: Hafermilch enthält viermal weniger Kalzium und der Zuckeranteil ist etwas höher als bei Kuhmilch. Dafür senkt Hafer den Cholesterinspiegel.

Hafermilch eignet sich gut für Müsli und Süßspeisen.

Unverarbeiteter Hafer.
Unverarbeiteter Hafer.  © 123RF/Irochka

Reismilch

Die Reismilch ist für Allergiker besonders gut verträglich und schmeckt in Süßspeisen wie Milchreis.

Allerdings besteht der Milchersatz fast nur aus Wasser. Heißt: In dem Pflanzendrink stecken kaum Nähr- und Mineralstoffe. Dafür steckt doppelt so viel Zucker drin wie in der tierischen Kuhmilch. Auch bei Umweltaspekten kann Reismilch nicht punkten. Für den Anbau wird viel Wasser verbraucht.

Unbedingt auf Bio achten!

"Milch" kann auch aus Reis gewonnen werden, bietet dann allerdings kaum Nährstoffe.
"Milch" kann auch aus Reis gewonnen werden, bietet dann allerdings kaum Nährstoffe.  © 123RF/marctran

Kokosmilch

Stiftung Warentest warnte zuletzt vor Chlorat in Kokosmilch - allerdings aus den typischen 400 ml Dosen.

Sie wird aus dem Fruchtfleisch gepresst und üblicherweise zum Kochen benutzt. Kokosmilch zum Trinken (im typischen Tetrapak) oder zur Verwendung in Süßspeisen ist hingegen wesentlich fett- und kalorienärmer, enthält kaum Fruchtfleisch. Also nicht verwechseln!

Weil Hauptanbaugebiet Südostasien ist, wirkt sich das aber schlecht auf die Ökobilanz aus.

Kokosmilch wird besser aus dem Tetrapak genossen, nicht aus der Dose.
Kokosmilch wird besser aus dem Tetrapak genossen, nicht aus der Dose.  © 123RF/Elena Veselova

Mandelmilch

Dank ihres nussigen Aromas wird Mandelmilch immer beliebter - vor allem im Müsli oder zum Backen.

Doch Mandelmilch steht im Vergleich zu den anderen Milchalternativen mit am schlechtesten da. Wegen des hohen Wasseranteils sind kaum Vitamine und Mineralstoffe drin. Auch der Eiweißgehalt ist halb so hoch wie beispielsweise bei Hafermilch. Zu guter Letzt ist die Ökobilanz unterirdisch. Denn die Mandeln stammen meist aus dem trockenen Kalifornien.

Es braucht also viel Bewässerung.

"Milch" aus Mandeln liefert ebenso wie die aus Reis nur wenige Mineralstoffe und Vitamine.
"Milch" aus Mandeln liefert ebenso wie die aus Reis nur wenige Mineralstoffe und Vitamine.  © 123RF/pinkomelet

Weitere Milch-Alternativen

Von Cashew und Macadamia über Hanf und Lupine bis hin zur Erbse: Die pflanzlichen Milchalternativen werden immer vielfältiger und ausgefallener.

Am zukunftsträchtigsten sind dabei wohl Hanf- und Lupinenmilch. Beides wird aus den Samen gewonnen und kann regional angebaut werden. Besonders Lupinenmilch ist ein sehr guter Eiweißlieferant, kann aber für Allergiker problematisch sein.

Hanfmilch ist dagegen noch recht teuer.

Hanfmilch ist gut für Allergiker, jedoch etwas teurer.
Hanfmilch ist gut für Allergiker, jedoch etwas teurer.  © 123rf/serezniy

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