Doppelter Schicksalsschlag: Mutter und Kind sterben im Kreißsaal

Kulmbach - Eigentlich sollte Weihnachten für Robby H. und seine Familie ein wunderbares Fest werden. Seine Frau Regina war schwanger, bald sollte die kleine Familie zu dritt sein.

Bei Regina setzten die Wehen ein. Die kleine Familie freute sich auf Nachwuchs. Dann schlug das Schicksal zu. (Symbolbild)
Bei Regina setzten die Wehen ein. Die kleine Familie freute sich auf Nachwuchs. Dann schlug das Schicksal zu. (Symbolbild)  © 123RF

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen setzten bei Regina die Wehen ein. Zehn Tage vor dem errechneten Geburtstermin, ihr Sohn wollte offenbar noch vor dem Fest das Licht der Welt erblicken. Das Paar machte sich von ihrem Wohnort Weidenberg auf den Weg ins Kulmbacher Krankenhaus.

Im Kreißsaal verlief anfangs alles noch ohne Komplikationen. Die Geburt wurde wie geplant eingeleitet. "Ich habe sogar noch die Nabelschnur durchgeschnitten", sagte Robby in einem Interview mit "infranken.de".

Doch dann schlug das Schicksal mit erbarmungsloser Härte zu.

Der Sohn des Paares, den sie Ferdinand nennen wollten, atmete nicht. Die behandelnden Ärzte versuchten sofort, das Kind zu reanimieren. Doch aller Einsatz blieb ohne Erfolg.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, kam es auch bei Regina plötzlich zu unerwarteten Komplikationen.

Es kam zu inneren Blutungen bei der 33-Jährigen, die Ärzte sprechen in solchen Situationen von einem „Volumen-Mangel-Schock“. Auch sie verstarb wie ihr Sohn noch im Kreißsaal. Robby stand plötzlich alleine da.

"Ich weiß gar nicht, warum ich noch so viel Kraft habe", sagte der Trauernde im Interview weiter. "Plötzlich standen ganz viele Leute um mich herum, Pfarrer und Krisenhelfer und so."

Kurz nach dem Vorfall hatte die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Es wurde eine Obduktion angeordnet. "Sollten Fehler passiert sein, müssen diese aufgedeckt werden", sagte Robby gegenüber "infranken".

Doch der Gutachter konnte kein Fehlverhalten der Ärzte feststellen. "Wir waren zu diesem Zeitpunkt personell extrem gut ausgestattet. Zu unserem größten Bedauern gibt es aber Situationen, in denen auch Ärzte nichts tun können", sagte der leitende Arzt der Klinik. Das Kind starb infolge einer Blutung im Gehirn. Heißt sowohl Regina als auch Ferdinand sind verblutet. Ein außergewöhnlich grauenhaftes Zusammentreffen von schlimmen Umständen.

Ein weiteres unabhängiges Gutachten soll nun aber noch einmal auf Nummer sicher gehen, ob tatsächlich nichts getan werden konnte, um die Beiden zu retten.

Für den 36-jährigen Robby muss das Leben jetzt weitergehen, irgendwie. "Für Regina und Ferdinand werde ich weiter stark sein."


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