Kulturministerin Grütters genervt: "Einheitswippe jetzt oder gar nicht"

Berlin - Berlin und seine heiß diskutierten Bauvorhaben. Während weiterhin der neue Großstadtflughafen an der Stadtgrenze für Negativschlagzeilen sorgt, tut sich im Stadtzentrum ein neues Problem auf.

Die Computergrafik zeigt das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal, vor dem Berliner Schloss. Für Grütters der ideale Ort. (Bildmontage)
Die Computergrafik zeigt das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal, vor dem Berliner Schloss. Für Grütters der ideale Ort. (Bildmontage)  © Milla & Partner/dpa

Das als "Einheitswippe" genannte Einheits- und Freiheitsdenkmal kostet nicht nur Millionen, es wird auch stärker denn je über den Standort gestritten. Eine Bürgerinitiative will die Wippe vor dem Reichstag platzieren, die Politiker jedoch vor dem Berliner Schloss.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (56, CDU) unterstrich nun gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: "Wer das Denkmal will, muss es jetzt so bauen wie geplant. Die Beschlusslage nun erneut in Frage zu stellen, macht das Projekt kaputt".

Sie plädiert auf einen schnellen Bau des Denkmals. Eine neue Debatte um den Standort wäre ein "Killerargument", warnte die CDU-Politikerin.

Seit Donnerstag läuft eine Aktion, bei der immer mindestens sieben Bürger abends um sieben 77 Tage lang auf der Wiese vor dem Reichstag für die Umsetzung der Idee, die Wippe dort zu platzieren, demonstrieren (TAG24 berichtete).

Grütters betonte, die Beschlüsse des Bundestags zum Bau des Denkmals würden den Entwurf einer begehbaren Waage mit dem Standort Schlossfreiheit verbinden. Auf diesem Vorplatz des Schlosses stand früher das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal. Davon erhalten sind noch denkmalgeschützte Gewölbe und Mosaike.

Grütters sagte, sie selbst habe diesen Standort immer für problematisch gehalten - sowohl wegen in seiner historischen Dimension wie auch im Hinblick auf die komplizierte Denkmaltechnik.

"Aber nach dem langen Hin und Her sollten die Parlamentarier jetzt zu ihrem Wort stehen und das Thema endgültig auf die Tagesordnung setzen", forderte die Ministerin.

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte sich auf Drängen der SPD vor der Sommerpause nicht mehr mit dem Thema beschäftigt und damit die notwendigen Gelder nicht mehr freigegeben.

Titelfoto: Milla & Partner/dpa


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