So reagierte ein Chef auf Kopftuch-Beschwerde einer Kundin

Die Kundin will nicht mehr in die Apotheke kommen (Symbolbild).
Die Kundin will nicht mehr in die Apotheke kommen (Symbolbild).

Bochum - Die Kundin einer Apotheke beschwerte sich mit einem Brief an den Chef darüber, dass sie von einer Verkäuferin mit Kopftuch bedient wurde. Die Antwort des Chefs wurde innerhalb weniger Stunden zu einem Hit bei Facebook.

"Da ich mit Erschrecken feststellen musste, dass Sie eine Mitarbeiterin mit muslimischem Kopftuch beschäftigen, haben Sie mich und meinen Mann als Kunden verloren", schreibt die Frau in dem Brief.

Durch das Kopftuch fühlt sie sich als Sexualobjekt beleidigt und ihrem Mann wurde unterstellt, "dass er schon geil wird, wenn er ein paar Haare sieht".

Der Apotheker antwortete mit einem Facebookpost. Doch statt sie dazu zu bewegen, nicht zur Konkurrenz zu gehen, schrieb er: "Ich freue mich sehr, dass Sie selbst einsehen, beim nächsten Mal in eine andere Apotheke zu gehen, da Sie bei uns definitiv nicht erwünscht sind."

In seinen Geschäften arbeitet ein Querschnitt der Bevölkerung:

"Ich beschäftige Christen, Muslime und Atheisten, dicke, dünne, große und kleine Frauen und Männer, von jung bis alt, blond bis schwarzhaarig, lange, kurze und auch ohne Haare! Wir haben Autofahrer/innen, Motorradfahrer/innen und nichtmotorisierte Mitarbeiter/innen, tättowierte, gepiercte, hellhäutige und Menschen mit dunklerer Hautfarbe. Außerdem haben wir Mitarbeiter/innen, die Fleisch essen, Vegetarier und Veganer. Fußballfans vom VfL 1848, S04 und BVB 09 und nichtinteressierte!"

Schließlich stellte er klar, dass Integration nichts damit zu tun hat, ob eine Frau ein Kopftuch trägt, oder nicht.

Der Post wurde in zwei Tagen fast 25.000 Mal geteilt und Hunderte Mal kommentiert.

Hier steht der komplette Post

Der Post des Apothekers.
Der Post des Apothekers.

Fotos: dpa (2), Screenshot Facebook


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