Dieser Mann arbeitet freiwillig in seinem Glas-Büro

Köln/Pulheim - Eine Kunstaktion in Pulheim bei Köln bietet derzeit ein seltsames Bild: Ein Mann arbeitet auf offener Straße am Laptop und sitzt dabei in einem gläsernen Gehäuse - mittendrin und doch abgeschottet.

Carsten Weber arbeitet in dem kleinen Büro.
Carsten Weber arbeitet in dem kleinen Büro.  © DPA

Der Mensch in dem mobilen Büro ist der Bochumer Lektor Carsten Weber, der mit dem Berliner Projekt- und Interventionskünstler Christian Hasucha seit 2017 wochenweise in der "Monozelle" durch deutsche Städte zieht.

Weber arbeitet in der Kabine aus Acrylglas an seinen Erstkorrekturen. Hasucha dokumentiert die Reaktionen der Menschen und beschützt das Mini-Büro.

Mit der Außenwelt kommt der Lektor nur in Kontakt, wenn ihn Passanten durch seitlich angebrachte Hörsiebe ansprechen. "Viele wollen wissen, was er macht und warum er auf der Straße arbeitet", erklärt Hasucha.

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"Manche glauben, er mache eine Verkehrszählung. Wir lassen bewusst Platz für eigene Interpretationen."

Dabei rückt in den Vordergrund, dass die Zelle auch das Büro der Zukunft sein könnte, mit dem man hochflexibel ist. Es ist wetterfest und lässt sich leicht transportieren.

"Wir zeigen, wie sich private und öffentliche Sphären überlagern können mit einem praktischen Nutzen."

Die künstlerische Aussage sei aber gar nicht so wichtig, betont Hasucha. "Es ist schön zu sehen, wie die Leute sich über die Monozelle wundern. Wie sie beginnen, außerhalb von Normen zu denken."

Bis Sonntag (26. Mai) sind Weber und Hasucha in Pulheim. Dann ziehen sie nach Bamberg, um dort Passanten zu irritieren.

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Ob Großraumbüro oder Glaskabine, was macht den Unterschied?  © DPA
Das Büro ist tragbar und sogar wasserdicht.
Das Büro ist tragbar und sogar wasserdicht.  © DPA

Titelfoto: DPA

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