Wetten, auch bei Dir lauert ein Schatz im Keller?!

Wer alte oder neue Kunst schätzen lassen will, ist bei Auktionator Stefan Günther richtig.
Wer alte oder neue Kunst schätzen lassen will, ist bei Auktionator Stefan Günther richtig.

Von Katrin Richter

Dresden - Was ist das ererbte Schmuckstück wert, wie viel die antike Vase und was bringt der alte Schinken, der bei Opa überm Sofa hing? Lohnt es sich, die Stücke zu Geld zu machen?

Die ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ erklimmt immer neue Quoten-Höhen. Museen werden an Schätztagen fast überrannt.

Experten zum Begutachten vermeintlicher Familienschätze sind begehrt. Anhand anderer Leute Schätze geben wir euch Anhaltspunkte, was euer Kleinod wert sein könnte.

Über 100.000 Einzelstücke hat Stefan Günther bereits in der Hand gehabt. Der Dresdner Auktionator veranstaltet seit 25 Jahren vierteljährlich in seinem Geschäft an der Bautzner Landstraße Versteigerungen.

Das Dresdner Kunstauktionshaus auf dem Weißen Hirsch bietet auch im Freiverkauf ein umfangreiches Angebot an Historischem.
Das Dresdner Kunstauktionshaus auf dem Weißen Hirsch bietet auch im Freiverkauf ein umfangreiches Angebot an Historischem.

Selbst Alltägliches kommt gelegentlich zu Höchstpreisen unter den Hammer. Hauptsache, es gibt nur wenig davon.

„Im Moment sind die Porzellan-Preise allerdings im Keller“, erklärt Günther. Der ideelle und der monetäre Wert klaffen oft weit auseinander.

Wer sich dazu entschließt, Stücke aus seiner Habe versteigern zu lassen, muss auf jeden Fall mit Kosten rechnen. Denn vom Erlös bekommt das Auktionshaus eine Provision. Darin inbegriffen sind das Bewerten und Schätzen.

Kunden in aller Welt, von Hongkong bis Zypern, vertrauen Günther dafür ihre Kunstwerke an. Etwa 500 Objekte wird er am kommenden Sonnabend (19. März, 10 Uhr) vom Pult aus aufrufen.

Außerdem lädt das Dresdner Kunstauktionshaus am Mittwoch, 23. März (10 bis 18 Uhr) dazu ein, das beste Stück von der Wand, den Schmuck aus der Schublade oder den vermeintlichen Alten Meister schätzen zu lassen.

Mehr Informationen gibt es auch online.

Teddybär - 250 Euro

Auch abgeliebtes Spielzeug mit Gebrauchsspuren aus der Jahrhundertwende ist nachgefragt. Entscheidend ist die Qualität. Also kein einfacher goldgelber Mohair-Bär mit Holzwolle, etwas Spezielles muss er haben. Etwa einen steuerbaren, beweglichen Kopf.

Andy Warhol, Druck - 3800 Euro / Herrenarmbanduhr, Glashütte - 1200 Euro

Der Kunstmarkt boomt. Fürs sauer Ersparte gibt’s so gut wie keine Zinsen mehr. Wieso also nicht sein Geld anlegen und sich etwas gönnen? Besonders Grafiken sind gefragt. Marilyn Diptych ist ein Siebdruck von Andy Warhol, mit Faserschreiber signiert.

Nicht bloß ein Relikt aus der Vergangenheit. Mechanische Uhren faszinieren auch noch im digitalen Zeitalter. Durch ihre Beständigkeit und Präzision erreichen Klassiker wie die von Glashütte noch Preise im vierstelligen Bereich.

Aufsatzvitrine, II. Dresdner Barock - 1400 Euro / Jugendstil-Silberbesteck - 800 Euro

Funktional sollen Möbel heute sein, Hochwertiges hat es da schwer. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Barock-Stil wieder populär: Prächtiges Ornament, reichhaltiger Schmuck, höfisch-edle Ästhetik. In kleinen Serien wurden solche Möbel bis 1914 auch in Dresden nachgebaut.

Wichtig ist der Stempel, der ausschlaggebend dafür ist, ob es sich um echtes oder nur versilbertes Besteck handelt. Meistens steht eine 800, 835 oder 925 drauf. Das bedeutet, z.B. 800 von 1000 Teilen (80%) des Materials bestehen aus Silber. Gemeinsam mit einer Herstellermarke kann ein Preis von bis zu 800 Euro erzielt werden.

Affenkapelle - Pro Figur 400 Euro.

Sinkende Nachfrage auch bei weitverbreiteten filigranen Porzellanfiguren. Dennoch gibt es Ausnahmen, wie die 1753 von Johann Joachim Kaendler geschaffene und 1765/66 gemeinsam mit dem Modelleur Peter Reinicke überarbeitete Affenkapelle. Sie besteht aus 21 Figuren und gehört zu den skurrilsten Klassikern des Barock.

Suppenteller, Meissen - 6 Stück 120 Euro / Walzenkrug - 120 Euro

Für Meißener Porzellan, das über Generationen hinweg vererbt wurde, bekommt man heutzutage weniger Geld als für neues Zwiebelmuster. Ebenso entpuppt sich manch in Familienkreisen als wertvoll angepriesenes dünnwandiges Teeservice mit japanischen Motiven als Massenware.

Der Humpen gilt in Übersee als „typisch deutscher“ Repräsentations- und Gebrauchsgegenstand. Dieses Exemplar aus Zinn stammt von 1805. Dabei spielt die Zeit nicht die große Rolle. Wie bei Porzellan sind auch für Zinn die Preise eingebrochen. Zudem sind noch zahllose schlichte geschmückte Bierbembel erhalten.

Wo Trödel-Fans auf ihre Kosten kommen

Flohmärkte haben in Dresden gerade im Frühjahr/Sommer Hochkonjunktur.
Flohmärkte haben in Dresden gerade im Frühjahr/Sommer Hochkonjunktur.

Für alle, die gerne nach Schnäppchen und Raritäten suchen oder eigene Gebrauchtwaren verkaufen wollen, hier eine Auswahl von Sachsens wichtigsten Flohmärkten.

Dresden: Der Elbeflohmarkt findet jeden Samstag zwischen 8 und 16 Uhr an der Albertbrücke statt. Der Dresdner Kunst-, Antik- und Trödelmarkt vom Haus der Presse in der Ostra-Allee 20 wird wieder ab 2. April, samstags von 9 bis 15 Uhr abgehalten.

Leipzig: Über 600 Händler versammeln sich am kommenden Wochenende (19./20.3.) in zwei großen Messehallen auf dem agra Veranstaltungsgelände (Bornaische Str. 210). Darunter wird sich auch so mancher Experte der ZDF-Show „Bares für Rares“ einen Überblick verschaffen.

Chemnitz: An jedem vierten Sonntag bevölkern Trödler von 9 bis 15 Uhr den Chemnitzer Marktplatz. Nächster Termin ist der 20. März. Mehrmals im Jahr lädt die Chemnitz Arena zu später Stunde zum Bummeln ein. Als nächstes am 16. April.

Fotos: PR, Eric Münch (3), Steffen Füssel (1)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0