Kuriose Suche: Polizei fahndet nach spendabler "Oma Schleswig"

Kiel/Schleswig - Mit dem Titel "Oma Schleswig und die Suche nach dem verlorenen Weihnachtsgeld" hat sich die Kieler Polizei jetzt an die Öffentlichkeit gewandt.

Die Kieler Polizei sucht nach Oma Schleswig. (Symbolfoto)
Die Kieler Polizei sucht nach Oma Schleswig. (Symbolfoto)  © DPA

Bei der Geschichte handle es sich aber nicht, wie sich vermuten lasse, um eine Kopie der legendären Filmreihe mit Indiana Jones.

Im Gegenteil: "Hier ist er Sachverhalt ganz schnell und einfach erzählt, ohne dass Autos in die Luft fliegen, Gegner in Schlangengruben fallen oder Höhlen in sich zusammenbrechen", heißt es in der gut gelaunten Pressemitteilung der Polizei.

Am Samstagabend hätten Passanten mehrere Umschläge an einer Bushaltestelle in Kiel (Ringstraße) gefunden. Darin habe sich das Weihnachtsgeld von "Oma Schleswig" an ihre Enkel oder Urenkel befunden. Gegen 18 Uhr hätten zwei ehrliche Finder die Umschläge inklusive Geld und Grußkarten bei der Polizei abgegeben.

Die Beamten erhoffen sich nun Hinweise aus der Bevölkerung, um die Anschrift von "Oma Schleswig" oder der Enkel zu ermitteln. Die Umschläge können auch auf dem Polizeirevier abgeholt werden.

Doch die Polizei warnt: "Hier noch ein kurzer Hinweis an unsere kleinen Ganoven, die die Hoffnung haben, so an schnelles Geld kommen zu können: Wir kennen die Vornamen der Enkel." Wer die Umschläge abholen wolle, müsse zuerst die Namen und die Höhe des beiliegenden Bargeldes nennen.

"Die Kollegen des 3. Reviers würden nicht wie 'Indy' die Peitsche herausholen, wenn sich Personen fälschlicherweise als 'Oma Schleswig' mit ihren drei Enkeln ausgeben", heißt es weiter in der Mitteilung.

Aber den Gaunern würde trotzdem eine Anzeige wegen des Verdachts des Betruges drohen.

Update: Empfänger gefunden

Die Suche der Polizei hatte Erfolg: Bereits am Sonntagabend hatte ein Sohn der Seniorin die drei mit Geldscheinen gefüllten Briefumschläge abgeholt, teilte die Kieler Polizei mit. Der Mann sei durch die Medienberichterstattung auf den Fund des dreistelligen Geldbetrags aufmerksam geworden.

Nun stellte sich heraus, dass die alte Dame, die wie vermutet in Schleswig wohnt, ihrem Sohn die Umschläge bereits vor den Feiertagen übergeben hatte. Er sollte sie an Enkel und Urenkel weiterleiten. Später sei die Weihnachtspost dann aber wohl unbemerkt auf den Gehweg gefallen, erklärte der Mann der Polizei.

Zweifel daran, dass es sich tatsächlich um ihren Sohn handelt, gab es laut Polizei nicht: Er habe die Inhalte aller Briefe exakt wiedergeben können. Einziger Wermutstropfen: Ein vierter, mit einem zweistelligen Geldbetrag gefüllter Umschlag ist nicht mehr aufgetaucht.

"Oma Schleswigs" Sohn habe jedoch versichert, die Summe aus eigener Tasche zu ersetzen, damit jedes Enkel- und Urenkelkind letztendlich an sein Weihnachtsgeld komme, erklärte die Polizei.

Titelfoto: DPA

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