Kurt Biedenkopf: Die AfD hat von den Grünen gelernt

Sachsen ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (86, CDU)
Sachsen ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (86, CDU)

Dresden/Berlin - Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (86, CDU) hat sich in einem Interview zur aktuellen politischen Lage in Deutschland geäußert. 

Meinungsstark war "Biko" schon immer, und so erklärte er in der Huffington Post auch seine Standpunkte zu Flüchtlingen, Angela Merkel und zur AfD. 

Er ist zwar der Meinung, dass es aus moralischer Sicht richtig war, 2015 so viele Flüchtlinge ins Land zu lassen, doch die Politik müsse Lösungen finden, wie der Flüchtlingsstrom aus Afrika in den Griff bekommen werden kann. 

Dennoch begrüßt er die Entscheidung von Angela Merkel, noch einmal als Bundeskanzlerin zu kandidieren: "Sie selbst hat über die Jahre im Amt ein nationales, europäisches und internationales Potenzial entwickelt, das ich, außer bei Konrad Adenauer, bisher bei keinem anderen Bundeskanzler in Deutschland beobachtet habe."

Und er geht davon aus, dass, wenn sie gewählt wird, große Veränderungen in Deutschland geschehen werden, da sie in ihrer letzten Amtszeit keine Rücksichten mehr nehmen muss. "Sie wird dann eher keine Zweifel daran lassen, dass Veränderungen durch Reformationen ins Haus stehen, die mindestens eine Generation dauern und vor geheiligten Besitzständen nicht Halt machen werden. Sie wird die Chance nutzen", ist er überzeugt.

In der AfD sieht Biedenkopf keine Gefahr für die Demokratie. 

Frauke Petry sei nach seiner Einschätzung ein "politisches Talent". Sie und die Partei hätten von den Grünen gelernt, wie man als neue Partei auftreten muss, um wahrgenommen zu werden. Deshalb werde von der AfD immer wieder provoziert. 

"Heute sind die Grünen etabliert. Letztendlich kann auch aus der AfD eine Art etablierte 'konservative Grüne' Partei werden", glaubt Kurt Biedenkopf.