KZ-Häftling (94) kehrt an Ort des Verbrechens zurück und stirbt

Hamburg - Wie jedes Jahr reiste Wim Alosery Anfang der Woche zur Gedenkveranstaltung des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme. Doch kurz vor dem Jahrestag der Befreiung starb der Niederländer nun in der Stadt, in der er während des Krieges inhaftiert war.

Wim Alosery wurde 94 Jahre alt.
Wim Alosery wurde 94 Jahre alt.  © KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Der fast 95-Jährige legte sich am Dienstagabend schlafen und wachte nicht wieder auf.

Wie die KZ-Gedenkstätte mitteilt, war Alosery 1944 über das Lager Amersfoort ins KZ Neuengamme gekommen. Dort musste er im Industriehof und später im Außenlager Husum-Schwesing schwerste Zwangsarbeit leisten.

Bei Kriegsende war Alosery den Angaben zufolge Teil des so genannten Restkommandos des KZ, dessen Auftrag es war, die Spuren der Verbrechen zu verwischen. Anschließend gehörte zu den wenigen Häftlingen, die die Bombardierung und den Untergang der KZ-Schiffe in der Lübecker Bucht überlebten.

Unter dem Titel „De laatste Getuige“ (Der letzte Zeuge) veröffentlichte der gläubige Zeuge Jehovas noch Anfang April ein Buch mit seinen Lebenserinnerungen.

Insassen des KZ-Neuengamme bei der Zwangsarbeit. Aufnahme etwa 1941/1942.
Insassen des KZ-Neuengamme bei der Zwangsarbeit. Aufnahme etwa 1941/1942.  © DPA

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