Zeuge aus Israel sagt gegen früheren KZ-Wachmann aus

Hamburg - Im Hamburger Prozess gegen einen ehemaligen Wachmann im KZ Stutthof will das Gericht am Montag (11 Uhr) einen Zeugen aus Israel hören.

Dem Anklagten wird Mord in 5230 Fällen vorgeworfen.
Dem Anklagten wird Mord in 5230 Fällen vorgeworfen.  © Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa

Der 91-Jährige stammt ursprünglich aus Litauen, wie ein Gerichtssprecher sagte. Er sei im August 1944 als 16-Jähriger in das Konzentrationslager bei Danzig gebracht worden.

Im Januar/Februar 1945 habe er als Gefangener zu Fuß in ein Nebenlager nach Lauenburg in Pommern gehen müssen. Dort sei er von der sowjetischen Armee befreit worden.

Dem 93 Jahre alten Angeklagten wird Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vorgeworfen.

Als SS-Wachmann soll er zwischen dem 9. August 1944 und dem 26. April 1945 "die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt" haben.

Zu den Aufgaben des damals 17- bis 18-Jährigen habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Häftlingen zu verhindern.

Am vergangenen Verhandlungstag hatte der 93-Jährige erklärt, er sei sich keiner Schuld bewusst.

"Warum sollte ich daran Schuld haben? Das frage ich mich immer wieder. Was hätte ich tun sollen?" Als Einzelner hätte man den Menschen in den Konzentrationslagern nicht helfen können. "Die Menschen haben mir leid getan. Aber ich konnte ihnen nicht helfen", beteuerte der Angeklagte.

Besucher passieren den Eingang an der Gedenkstätte des KZ Stutthof. (Archivbild)
Besucher passieren den Eingang an der Gedenkstätte des KZ Stutthof. (Archivbild)  © Piotr Wittman/PAP/dpa

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