In diesem Labor werden Leben gerettet

Laborantin Katharina Wacker (29) im Blutprobenlager der DKMS in Dresden.
Laborantin Katharina Wacker (29) im Blutprobenlager der DKMS in Dresden.

Von Torsten Hilscher

Dresden - In direkter Nachbarschaft zum Dresdner Uniklinikum befindet sich ein Ort, an dem passende Stammzellen für Leukämiekranke gesucht werden.

Das Labor der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gehört zu den größten und modernsten weltweit. In diesen Räumen werden Leben gerettet!

Die Zeit drängt: Ein Mensch ist an Leukämie erkrankt, ein anderer mit passenden Stammzellen kann Rettung bedeuten. Landes-, bundes-, ja sogar weltweit beginnt die Jagd. Ob der Gesuchte die passenden Zellen hat, verrät seine DNA.

Für beides - das Aufdröseln der fast unsichtbaren DNA und die Sortierung der Datenmengen - nutzen Forscher Hochleistungstechnik.

Laborantin Claudia Gleitz (27) bestückt den Pipettierroboter mit Probenmaterial. 172 241 Sachsen sind in der DKMS registriert.
Laborantin Claudia Gleitz (27) bestückt den Pipettierroboter mit Probenmaterial. 172 241 Sachsen sind in der DKMS registriert.

Bei dieser Suche vorn dabei ist das Dresdner DKMS Life Science Lab. „Wir sind das leistungsfähigste Labor für Typisierung weltweit“, sagt Thomas Schäfer (37), Kaufmännischer Chef des Labors, kurz Lab. Allein 2016 würden 1,3 Millionen Proben analysiert.

Dafür wurde das Lab im Abakus-Komplex an der Blasewitzer Straße 43 gerade auf den allerneuesten Stand gebracht: Medizin-Roboter und Supercomputer können pro Tag Tausende Proben auswerten, ihre Ergebnisse in Dateien einspeisen, um sie über die DKMS-Zentrale in Köln mit dem Zentralen Knochenmarkspender-Register abzugleichen.

Bemerkenswert: Bei der DKMS sind 172 241 Sachsen registriert, 1332 davon haben bereits Stammzellen oder Knochenmark für einen an Blutkrebs Erkrankten gespendet - und damit vermutlich ein Menschenleben gerettet.

Die Proben können Speichelabstriche sein. Doch am liebsten sind Kati Schuffenhauer und ihren mehr als 50 Kollegen im Labor Blutproben. Aber damit weiter erfolgreich typisiert werden kann, sucht das Labor noch dringend Medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten (MTA).

Fotos: Ove Landgraf


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