Läufer bricht sich Bein und kriecht knapp elf Stunden durch eisige Wildnis

Washington (USA) - Der Trailrunner Joseph Oldendorf hatte am Freitagnachmittag Glück im absoluten Unglück. Während eines Laufs in dem abgelegenen und vereisten "Olympic National Forest" in der Nähe von Washington, rutschte er aus und brach sich das Bein. Knappe elf Stunden kroch er verletzt durch die Wildnis, bis er am Samstag endlich gerettet wurde.

Die Einsatzkräfte kümmern sich um Joseph Oldendorf.
Die Einsatzkräfte kümmern sich um Joseph Oldendorf.  © Jefferson Search and Rescue

Joseph Oldendorf hatte bei eisigen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bloß seine kurze Laufhose und ein T-Shirt an und war schon rund 16 Kilometer gelaufen, als er stürzte, so das Rettungsteam "Jefferson Search and Rescue" über den Unfall auf Facebook.

An Laufen war nach dem Sturz nicht mehr zu denken. Um Hilfe rufen konnte er wegen des schlechten Empfangs ebenfalls nicht. Also musste er kriechen.

Unter enormen Schmerzen rutschte der Mann über den gefrorenen Boden, bis er nach wahnsinnigen sieben Stunden endlich wieder ein Handy-Signal empfing und den Rettungsdienst alarmieren konnte.

Ausruhen konnte er sich dennoch nicht. Dafür war es einfach zu kalt. Also kroch er weiter. Knapp vier Stunden dauerte es, bis ein Rettungsteam ihn endlich fand und er mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden konnte.

Das Resultat des Unfalls ist, wie man in einem Bericht des Nachrichtensenders "KIRO7" sieht, erschreckend. Die Knie des Sportlers sind bis zum Fleisch abgeschürft. Dagegen scheint der Bruch, der ihn in die gefährliche Lage brachte, fast harmlos.

"Ich musste auf allen Vieren kriechen. Nach einer Weile waren meine Knie nur noch roh." In seiner Verzweiflung zog er sich schließlich seine Laufschuhe aus, um sich diese über die aufgeschürften Knie zu stülpen und sich so vor dem "steinigen, verschneiten, schmutzigen, nassen Weg" zu schützen.

Aber wie schaffte es der Sportler, so lange durchzuhalten? "Ich wollte nicht, dass meine Familie erfährt, dass ich in der Wildnis gestorben bin. Ich glaube, es wäre unerträglich", so Joseph Oldendorf über seinen Überlebenskampf.

Jetzt erholt sich der Läufer in einem Krankenhaus in Seattle von seinen Strapazen.

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