Baby von Mutter bis zuletzt fest umklammert: Erste Leichen nach Flüchtlings-Drama geborgen

Rom - Ein Baby, ganz nah daneben wahrscheinlich die Mutter, beide tot am Meeresgrund: Zehn Tage nach einem Flüchtlingsunglück vor der Insel Lampedusa sind die ersten Leichen aus dem Schiffswrack geborgen worden.

Helfer in Schutzanzügen bergen nach dem Unglück die Leichen von Migranten.
Helfer in Schutzanzügen bergen nach dem Unglück die Leichen von Migranten.  © Pasquale Claudio Montana Lampo/ANSA/AP/dpa

Sieben Tote seien aus dem gesunkenen Schiff an Land gebracht worden, darunter auch ein Säugling, berichteten italienische Nachrichtenagenturen.

Das Schiff mit vermutlich mehr als 50 Menschen an Bord war am Montag vor einer Woche vor Lampedusa gesunken. Insgesamt 13 Frauenleichen konnten direkt danach geborgen werden.

Ein Unterwasserroboter hatte das Wrack mit 12 Toten dann diesen Dienstag aufgespürt. Darunter das Baby und eine Frau, die es umarmte. Die Helfer gehen davon aus, dass sie die Mutter ist. Weitere Leichen könnten auf dem Meeresgrund liegen.

"Diesen kleinen Körper auf dem Grund liegen zu sehen, neben der Frau, die wahrscheinlich die Mutter ist, war ein Schlag in die Magengrube", sagte Radolfo Raiteri, ein Taucher der zuständigen Küstenwache, der Zeitung La Repubblica. "Dass sie so nah beieinander lagen, und der Arm der Frau, lassen darauf schließen, dass sie (das Baby) bis zum Schluss ganz fest gehalten hat."

Lampedusa liegt unweit von Tunesien. Zuletzt kamen von dort wieder mehr Migranten eigenständig mit Booten auf der kleinen Insel an.

Laut Küstenwache sind Leichen von 12 Migranten, darunter ein Säugling, vor der Insel geborgen worden.
Laut Küstenwache sind Leichen von 12 Migranten, darunter ein Säugling, vor der Insel geborgen worden.  © Pasquale Claudio Montana Lampo/ANSA/AP/dpa

Titelfoto: Pasquale Claudio Montana Lampo/ANSA/AP/dpa

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