Grüner Landesvorstand nennt Kaseks Verhalten "politischen Fehler"

Der übrige Landesvorstand der sächsischen Grünen um Co-Chefin Christin Melcher (links) hat auf den Wirbel um die Hamburg-Reise von Jürgen Kasek (rechts) reagiert.
Der übrige Landesvorstand der sächsischen Grünen um Co-Chefin Christin Melcher (links) hat auf den Wirbel um die Hamburg-Reise von Jürgen Kasek (rechts) reagiert.  © DPA

Dresden/Leipzig - Nach dem Wirbel um die TV-Bilder von Jürgen Kasek bei der eskalierten G20-Demonstration in Hamburg (TAG24 berichtete), ist der übrige Landesvorstand der sächsischen Grünen auf Abstand zu seinem Co-Chef gegangen.

"Mit dem im Bild festgehaltenen, emotionsgeladenen Gespräch mit der Polizei entsteht der Eindruck, dass Jürgen Kasek nicht durchgängig seiner Rolle als Beobachter der Demonstration gerecht geworden ist. Das ist ein - auch im Nachhinein - nicht korrigierbarer politischer Fehler", so der Landesvorstand in einer Erklärung.

Der Vorstand betonte aber zugleich, dass das "in Teilen undifferenzierte, massive Vorgehen der Polizei gegen die Demonstration" auch die Beobachter getroffen habe.

Der grüne Landesvorstand bestätigte, dass Jürgen Kasek der "Welcome to Hell"-Demonstration am Donnerstag als Beobachter beigewohnt hatte: "In seiner unmittelbaren Umgebung hielten sich auch Journalist*innen und weitere Politik*innen auf, die das Geschehen beobachteten." Dieser Teil sei zur eigentlichen Demonstration hin durch eine weitere Polizeikette abgetrennt gewesen.

Trotz der Rüge für Jürgen Kasek teilt der grüne Landesvorstand dessen kritische Sicht auf die Ereignisse in Hamburg. "In einem Rechtsstaat muss es möglich sein, sowohl Gewaltexzesse scharf zu verurteilen als auch polizeiliches Handeln kritisch zu hinterfragen", heißt es dazu. Die Frage müsse geklärt werden, wie es zu einer solch massiven Eskalation kommen konnte und wie diese Gewalt zukünftig verhindert werden könne. Dazu gehöre für die Grünen auch eine kritisch Aufarbeitung des Polizeieinsatzes.

Welche Konsequenzen zieht die Partei aus dem Theater um ihren Co-Chef Jürgen Kasek? Auf Anfrage von TAG24 erklärte der Landesvorstandssprecher der sächsischen Grünen, für die weitere Organisation und Durchführung des Bundestagswahlkampfes habe die Erklärung des Landesvorstands keine weiteren Konsequenzen. Allerdings kündigte Kasek an, sich erst einmal zurückzuhalten.

"Aufgrund meiner aktuellen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit habe ich dem Landesvorstand gestern angeboten, mich im Bezug auf die Kommentierung aktueller Geschehnisse im Bundestagswahlkampf zurückzunehmen und die öffentliche Kommmunikation meiner Co-Sprecherin, Christin Melcher zu überlassen", erklärte Kasek.


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