Ex-Rocker soll Freundin vor Kindern erstochen haben

Berlin - Neun Monate nach der tödlichen Messerattacke auf eine vierfache Mutter in Berlin-Wedding könnte die Bluttat nun vor der Klärung stehen (TAG24 berichtete). Doch ihr Lebensgefährte schweigt vor dem Landgericht. Der 40-Jährige soll aus maßloser Eifersucht zwölf Mal auf die 32-Jährige eingestochen haben.

Sitzt in U-Haft: Der mutmaßliche Messerstecher sagte bislang nichts zur Tat. (Symbolbild)
Sitzt in U-Haft: Der mutmaßliche Messerstecher sagte bislang nichts zur Tat. (Symbolbild)  © 123RF

Als wäre das nicht noch grausam genug, sollen die vier Kinder (2, 4, 8 und 11) des Paares die kaltblütige Ermordung ihrer Mutter mit angesehen haben.

Noch ist unklar, ob sich der wegen Mordes angeklagte Mann äußern werde. Das erklärten die Verteidiger am Freitag zum Prozessbeginn.

Der deutsche Angeklagte und die aus Polen stammende Frau seien nach islamischem Recht verheiratet gewesen, hieß es am Rande der Verhandlung.

Das Opfer habe sich von dem Mann trennen wollen. Bereits in den Wochen vor der Messerattacke musste die Polizei mehrfach wegen häuslicher Gewalt anrücken. Auch etwa vier Stunden vor dem mutmaßlichen Mord seien Beamte alarmiert worden.

Am 19. April 2018 um 20.30 Uhr soll die Situation dann eskaliert sein. Laut Anklage habe der 40-Jährige aus "maßloser, jedoch unbegründeter Eifersucht und aus Wut darüber, dass die Geschädigte ihm den Zutritt zur Wohnung verweigert hatte", sie mit einem Messer angegriffen. Die Frau starb noch vor Ort in der Wohnung.

Wenige Stunden später klickten bei dem Angeklagten die Handschellen. Medienberichten zufolge soll es sich bei ihm um einen Ex-Rocker handeln. Er befindet sich seit der Festnahme in Untersuchungshaft.

Der Vorsitzende Richter sagte, das Gericht wolle eine Vernehmung der mit ältesten Tochter der Getöteten verhindern: "Wir wollen ihr die nahezu zwingende Retraumatisierung ersparen." Der Prozess geht am 11. Januar weiter.

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