Mordanschläge: Mann soll Kollegen Gift auf Pausenbrote gestreut haben

Bielefeld – Am Donnerstag beginnt der Prozess gegen einen 57-Jähriger, der die Pausenbrote seiner Kollegen mit Gift bestreute. Einige Angestellte wurden gesundheitlich schwer geschädigt.

Mit einer Akte vor dem Gesicht betritt der Angeklagte den Gerichtssaal.
Mit einer Akte vor dem Gesicht betritt der Angeklagte den Gerichtssaal.  © DPA

Am Bielefelder Landgericht startet am Donnerstag, 9 Uhr, der Prozess gegen einen 57-Jährigen, der seine Kollegen vergiftet haben soll.

Der Täter muss sich wegen versuchten Mordes in mehreren Fällen vor Gericht verantworten.

Nach einem ersten Verdacht installierte die Geschäftsleitung des Anlagenbauers in Schloß Holte-Stukenbrock in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat eine Videoüberwachung.

Durch die Videoaufzeichnungen wurde dem Täter das Vergiften der Pausenbrote nachgewiesen. Laut Anklage soll der 57-Jährige jahrelang immer mal wieder die Pausenbrote der Kollegen vergiftet haben.

In unbeobachteten Momenten soll der Angeklagte hochgiftige Substanzen auf das Essen seiner Mitarbeiter gestreut haben (TAG24 berichtete).

Täter war "unauffällig auffällig"

Die Mordanschläge ereigneten sich in dieser Firma in Schloß Holte-Stukenbrock.
Die Mordanschläge ereigneten sich in dieser Firma in Schloß Holte-Stukenbrock.

Dem Deutschen wird vorgeworfen, bereits im März 2015 mehrere Menschen vergiftet zu haben. Erst im Mai 2018 wurde er gestoppt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seinen Kollegen beim körperlichen Verfall zusehen wollte. Geäußert hatte sich der 57-Jährige bislang nicht. Seine Motivation bleibt weiter unklar.

Die polizeilichen Ermittler hatten gezielt Krankheits- und Todesfälle in dem Unternehmen untersucht und 21 Verdachtsfälle entdeckt. Einer der Geschädigten trug schwere Nierenschäden davon, ein Anderer ist von der Dialyse abhängig und ein Weiterer liegt seit Jahren im Koma.

Der Angeklagte war von der Firma als "auffällig unauffällig" beschrieben worden, seit 38 Jahren war er dort angestellt.

Anfangs wurde von einem schlechten Scherz unter Kollegen ausgegangen, nicht von Mordversuchen. Einen Zusammenhang zwischen den Krankheitsfällen wurde anfangs nicht vermutet.

Bis Januar werden fünf weitere Verhandlungstermine festgelegt. Am Donnerstag wird nur die Anklage verlesen.

Der 57-Jährige muss sich nun vor dem Bielefelder Landgericht verantworten.
Der 57-Jährige muss sich nun vor dem Bielefelder Landgericht verantworten.

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