S-Bahn-Schubser: Sein Fahrradlicht rettete das Opfer

Nur weil der Lokführer ein Licht auf den Gleisen sah, lebt René J. (41) noch.
Nur weil der Lokführer ein Licht auf den Gleisen sah, lebt René J. (41) noch.  © Norbert Neumann/123rf

Dresden - Der Todschlags-Prozess gegen die S-Bahn-Schubser am Landgericht Dresden! Nur wenige Meter vor Opfer René J. (41) kam die S-Bahn zum Stehen (TAG24 berichtete).

Jetzt schilderte der Lokführer, wieso er im Dunkeln überhaupt eine Bremsung einleitete.

Die Sonne war um 4.45 Uhr an diesem Freitagmorgen im März noch nicht aufgegangen. Die mutmaßlichen Täter Chakir A. (24) und Radouan K. (27), ein Marokkaner und ein Libyer, gingen am Haltepunkt Zschachwitz auf René J. zu, der mit seinem Fahrrad auf den Zug wartete.

Als er den beiden keine Zigarette geben konnte, stießen sie den Mann einfach auf die Gleise. Samt Fahrrad.

DB-Lokführer Andreas Z. (51) steuerte die S-Bahn aus Richtung Pirna. Der Sachse fuhr mit etwa 80 Stundenkilometern. Einige Hundert Meter vorm Bahnhof Zschachwitz nahm er etwas Ungewöhnliches wahr: „Ich sah ein Licht auf meinem Gleisbereich, was da nicht hingehörte. Es bewegte sich hin und her.“

Sein erster Gedanke: Gleisarbeiter. Er hupte. Doch es gab keine Reaktion. Hier stimmt was nicht, dachte der Lokführer. „Da die Situation unklar war, habe ich die Schnellbremsung eingeleitet.“ Die S-Bahn blieb wenige Meter vor René J. stehen - es war das Licht seines Rades, was ihn rettete.

Chef-Richter Herbert Pröls (55) zum Lokführer: „Es ist Ihre richtige Entscheidung gewesen, dass nichts passiert ist, Personenschaden vermieden wurde.“

Außerhalb des Gerichtssaals konnte Renés Ehefrau Marika J. (47) dem Lokführer erstmals Danke sagen. Der entwidmete „Ich hoffe, dass Ihr Mann das überwinden wird!" Der Prozess wird fortgesetzt.


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