Aus Eifersucht getötet: Bechir S. (43) muss Zehn Jahre und 4 Monate wegen Totschlags in den Knast

Dresden - 10 Jahre und vier Monate Haft und Unterbringung in Entziehungsanstalt für Ben Bechir S. (43) wegen Totschlags. So urteilte das Landgericht Dresden gerade über den Tunesier, der im Oktober 2017 Daniel B. (†35) erstach.

Spezialkräfte nahmen den 43-Jährigen Ben Bechir nach seiner Flucht fest.
Spezialkräfte nahmen den 43-Jährigen Ben Bechir nach seiner Flucht fest.  © Steffen Schulze

Laut Anklage hatte der Ben Bechir S., dessen Aufenthaltserlaubnis 2015 endete, aus Eifersucht gehandelt.

Als er bei der Mutter seines Sohnes in der Ebereschenstraße trotz richterlichen Verbotes aufkreuzte, war dort ein anderer Mann.

Ben Bechir habe eine "Beziehung vermutet" und stach zu. Daniel B. starb Tage später an den schweren inneren Verletzungen im Krankenhaus.

Ben Bechir dagegen floh (TAG24 berichtete). Fast eine Woche nach der Bluttat wurde er auf einem Balkon eines Wohnhauses an der Leubnitzer Straße von den Spezialkräften festgenommen.

Seit August verhandelte das Schwurgericht den Fall, vernahm dabei auch die Ex-Freundin, Sandra K. (42). Es wurde klar, wie verhängnisvoll die Beziehung war. Denn obwohl das Jugendamt ihr den Umgang mit ihm untersagte, ein Richter ihm Kontaktverbot erteilte und es ständig Streit gab, traf sich das Paar immer wieder, ging Ben Bechir ständig in der Wohnung von Sandra K. ein und aus.

Die Frau erklärte, ihr Sohn würde so sehr an seinem Vater hängen und umgekehrt. Dem habe sie nicht im Wege stehen wollen.

Am Donnerstag fiel das Urteil nach der tödlichen Messerattacke.
Am Donnerstag fiel das Urteil nach der tödlichen Messerattacke.  © Steffen Schulze

Die Staatsanwältin hatte letztlich für Ben Bechir S. zwölf Jahre und acht Monate Haft gefordert. Außerdem eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt, um das Drogenproblem des Angeklagten zu lösen.

Sein Anwalt plädierte dagegen auf Freispruch wegen Notwehr. Daniel B. sei ebenfalls ein aufbrausender Mensch gewesen, die Männer seien aneinander geraten.

Überdies rügte er die Justiz, ausgerechnet Sandra K. zur "Zeugin der Anklage" zu bestimmen. Die Frau wäre vorbestraft, die Wohnung ein Drogenumschlagplatz gewesen.

Wenn überhaupt sollte sein Mandant nur maximal zwei Jahre für einen weiteren Anklagepunkt bekommen: Er hatte vor der tödlichen Attacke einen weiteren Mann mit Messer und Pfefferspray angegriffen. Nun fiel das Urteil.

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