Opfer von grausamer Bluttat spricht zum ersten Mal vor Gericht

Hanau - Im Revisionsprozess um eine Gesichtsverstümmelung will sich das Opfer erstmals zu Wort melden.

Neben dem traumatisierten Opfer hatte auch der Angeklagte angekündigt im Laufe des Prozesses aussagen zu wollen.
Neben dem traumatisierten Opfer hatte auch der Angeklagte angekündigt im Laufe des Prozesses aussagen zu wollen.  © DPA

Beim Auftakt der Wiederaufnahme hatte der 20-jährige Flüchtling aus Somalia zu Monatsbeginn angekündigt, am Montag (9 Uhr) als Zeuge aussagen zu wollen. Im ersten Prozess war das traumatisierte Opfer den Verhandlungen noch gänzlich ferngeblieben.

Auch der Angeklagte hatte über seinen Anwalt ausrichten lassen, dass er sich im Prozessverlauf womöglich zum Sachverhalt äußern wolle.

Der Angeklagte war Ende Juni 2017 zu neuneinhalb Jahren Haft wegen versuchten Totschlags und schwerer sowie gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden.

Der Flüchtling aus Eritrea soll im Oktober 2016 den befreundeten Flüchtling aus Somalia schwer misshandelt haben. Bei einem Streit in einer Wohnung in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) hatte er laut Anklage mit zwei Messern in den Hals des damals 18-Jährigen gestochen.

Danach soll er ihm mit Stichen und Schnitten das Gesicht entstellt haben, biss ihm laut Staatsanwaltschaft beide Ohrmuscheln ab, schnitt ihm mit einem Messer beide Augenlider ab und stach mit einem Kugelschreiber in beide Augäpfel. Augen und Ohren wurden schwer verletzt. Das Opfer ist seither nahezu blind.

Das Landgericht muss sich erneut mit dem Fall befassen, weil der Bundesgerichtshof das erste Urteil wegen Rechtsfehlern aufhob.

Titelfoto: DPA

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