Bordellbetreiber zwingen Transsexuelle aus Thailand zur Prostitution: Jetzt spricht ein Opfer

Hanau - Im Prozess gegen mutmaßliche Bordellbetreiber wegen des Aufbaus einen bundesweiten Prostitutionsrings mit Transsexuellen aus Thailand sagt eines der Opfer aus.

Bundespolizisten nehmen im Rahmen einer Razzia im Rotlichtmilieu mutmaßliche Prostituierte in Gewahrsam.
Bundespolizisten nehmen im Rahmen einer Razzia im Rotlichtmilieu mutmaßliche Prostituierte in Gewahrsam.  © DPA

Es handelt sich um eine von drei Nebenklägerinnen, die am Donnerstag (9.15 Uhr) erstmals vor dem Hanauer Landgericht Rede und Antwort steht. Sie war unter anderem in Siegen (Nordrhein-Westfalen), Rastatt (Baden-Württemberg) und Maintal (Main-Kinzig-Kreis) tätig.

Bei dem Opfer handelt sich es laut Anklage um einen "transsexuellen Geschädigten". Angeklagt sind vier thailändische Frauen und ein deutscher Mann im Alter zwischen 49 und 63 Jahren. Sie sollen mit weiteren Mittätern die Prostituierten per Flugzeug nach Deutschland eingeschleust haben.

Unter anderen handelte es sich laut Anklage um Männer, die sich einer Geschlechtsumwandlung zur Frau unterzogen hatten. Dies geschieht in Thailand teils bereits mit der Absicht, sich zu prostituieren, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt im Vorfeld berichtet hatte.

Vorgeworfen wird den Angeklagten Zwangsprostitution, gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern, Ausbeutung von Prostituierten, Vorenthalten und Veruntreuung von Arbeitsentgelt sowie Steuerhinterziehung.

Sex-Arbeiterin sagt vor Gericht aus

Update 6:25 Uhr: Ein 25-Jähriges Opfer sagte am Donnerstag vor Gericht aus. So soll die Geschädigte etwa einen Großteil ihrer Einnahmen abgegeben haben müssen (TAG24 berichtete). Dazu musste sie zeitweilig rund um die Uhr für Sex zur Verfügung stehen.

Sie sei in Siegen (NRW), Rastatt (Baden-Württemberg), Hannover (Niedersachsen), Rodgau und Maintal (Hessen) tätig gewesen. Die Sex-Arbeiterin sei fast immer eingesperrt gewesen in den Häusern.

Die 25-Jährige ist das erste Opfer, das als eine von drei Nebenklägerinnen in dem im Mai begonnenen Prozess aussagte. Bei dem Opfer handelt sich es laut Anklage um einen "transsexuellen Geschädigten". Sie selbst bezeichnete sich als "Trans-Frau", die im Jahr 2016 nach Deutschland flog, um als Prostituierte zu arbeiten.

Einer der Angeklagten im Prozess vor dem Landgericht in Hanau.
Einer der Angeklagten im Prozess vor dem Landgericht in Hanau.  © DPA

Titelfoto: DPA

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