Mann und Geliebte vertuschen grausamen Mord an Ehefrau: Folgt doch noch eine Strafe?

Wiesbaden - Im Mordprozess um eine mehr als 20 Jahre zurückliegende Tat werden am Donnerstag (14 Uhr) vor dem Landgericht Wiesbaden voraussichtlich die Plädoyers gehalten.

Der Mann und seine Geliebte sollen die Ehefrau in der Badewanne ertränkt haben (Symbolbild).
Der Mann und seine Geliebte sollen die Ehefrau in der Badewanne ertränkt haben (Symbolbild).  © 123RF

Ein Mann und seine Geliebte sollen im Oktober 1997 die Ehefrau des Mannes umgebracht haben, um an ihr Vermögen zu kommen.

Der Fall war eigentlich schon zu den Akten gelegt worden. Doch DNA-Nachweise brachten die Ermittler 2017 auf die Spur des Liebespärchens aus Lorch im Rheingau.

Die beiden Angeklagten sollen gemeinsam die 32 Jahre alte Ehefrau betäubt und in der Badewanne ertränkt haben. Anschließend hatten sie den Tatort laut Anklage so manipuliert, dass es nach einem Suizid aussah.

Das Opfer wollte sich laut Staatsanwaltschaft scheiden lassen. Schon kurz nach der Tat war im Blut der Toten ein Schlafmittel nachgewiesen worden. Zudem hatte sie Verletzungen, die vermutlich von Schlägen herrührten.

Eine Obduktion hatte keine Hinweise auf eine Straftat erbracht.

Freispruch gefordert

Update 17.35 Uhr: Im Mordprozess um eine rund 22 Jahre zurückliegende Tat hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag vor dem Landgericht Wiesbaden einen Freispruch der beiden Angeklagten gefordert.

Im Zuge des Plädoyers schilderten die beiden Staatsanwälte am Donnerstag noch einmal minuziös die Aussagen der Angeklagten und Zeugen sowie der unterschiedlichen Gutachter. Demnach gebe es zwar einige deutliche Indizien dafür, dass der Tod der Frau "durch fremde Hand" herbeigeführt worden sei, sagte Staatsanwalt Schneider.

Auch ein Sturz oder Unfall lasse sich aber etwa angesichts des nicht eindeutigen Verletzungsbildes nicht ausschließen. Angesichts der Zweifel sei zugunsten der Angeklagten zu entscheiden. Neben dem Freispruch plädierte Schneider auch dafür, das Paar für die Untersuchungshaft aus der Staatskasse zu entschädigen.

Für den kommenden Donnerstag (18. April) stehen nun die Plädoyers der Nebenklagevertreterin, die die Mutter der Getöteten im Prozess vertritt, sowie der Verteidigung an. Dann dürfte auch das Urteil gesprochen werden.

Der Prozess findet am Landgericht in Wiesbaden statt (Symbolbild).
Der Prozess findet am Landgericht in Wiesbaden statt (Symbolbild).  © DPA

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