Sächsische Schweiz: Nun wird gegen Falschparker und Wildschläfer durchgegriffen

Pirna - Hoffnung für die Burg Hohnstein und eine verlängerte Kirnitzschtalbahn; schärfere Strafen gegen Wildschläfer und Zündler; besseres WLAN und ein Zelt für die Felsenbühne – in der Sächsischen Schweiz geht in der neuen Saison die Post ab.

Landrat Michael Geisler (60, CDU) äußert sich zu aktuellen Themen der Sächsischen Schweiz. So auch über den Ausbau der Kirnitzschtalbahn.
Landrat Michael Geisler (60, CDU) äußert sich zu aktuellen Themen der Sächsischen Schweiz. So auch über den Ausbau der Kirnitzschtalbahn.  © Petra Hornig & Norbert Neumann

Die Zeit des zarten "Dudu!" ist vorbei. Wenn es um den Schutz der Hinteren Sächsischen Schweiz geht, will Landrat Michael Geisler (60, CDU) künftig keine Gnade mehr walten lassen.

"Wir werden gegen Waldparker und Boofer noch strenger vorgehen", kündigte er am Donnerstag an. "Da setzt es Höchst-Ordnungsgelder. Das geht hin bis zum Abschleppen."

Denn gerade vor dem Hintergrund der großen Trockenheit in den vergangenen beiden Sommern sei der Nationalpark dort besonders gefährdet. Geisler kündigte "mehr Aktionen mit der Polizei" an.

Hintergrund: In der Saison waren zuletzt immer wieder illegale Waldschläfer oder Schläfer unter Felsüberhängen (Boofen) entdeckt worden, die sogar Lagerfeuer entfacht hatten!

Einen weiteren Schutz für die Hintere Sächsische Schweiz könnte nach Ansicht des Landrats die geplante Verlängerung der Kirnitzschtalbahn bringen (TAG24 berichtete). Das Projekt sei nicht nur grundsätzlich "technisch möglich", so Geisler auf Anfrage.

Es habe auch Effekte: "Wir versprechen uns davon eine Verkehrsberuhigung und weitestgehende Autofreiheit im Kirnitzschtal." Denn die 1898 eröffnete Strecke soll nicht nur bis zum Bahnhof Bad Schandau am einen Ende, sondern bis Hinterhermsdorf am anderen Ende verlängert werden. Dafür müsse allerdings ein zweistelliger Millionenbetrag aufgerufen werden. Auch die Anbindung der Anwohner sei zwingend. Zeiträume nannte Geisler nicht.

Zukunft der Burg Hohnstein auf gutem Weg

Die Burg Hohnstein ist "auf dem Weg".
Die Burg Hohnstein ist "auf dem Weg".  © Thomas Türpe

Ebenfalls "auf dem Weg" ist den Auskünften zufolge die Zukunft der Burg Hohnstein und aller damit verbundenen Träume:

"Das Angebot steht: Der Landkreis hat über den Kreistag den Beschluss gefasst, dass, wer auch immer die Burg saniert, 1,6 Millionen Euro dazugeschossen bekommt vonseiten des Landkreises."

Kaufpreis: 1 Euro. Tatsächlich habe die Burg einen Buchwert von 800.000 Euro. "Das heißt, da stehen dann etwa 2,5 Millionen Euro Eigenmittel oder eigenmittelersetzende Größenordnungen im Raum."

10 Millionen Euro oder sogar mehr an Fördermitteln seien denkbar, so Geisler. Sollten die Hohnsteiner die Burg aber selbst führen wollen, müssten sie das auch bezahlen.

Und im Gegensatz zur Landesdirektion sehe der Landkreis durchaus die Chance zur Verlängerung der Schwarzbachbahn nach Hohnstein.

Auch bei den Kletterprojekten rund um die Burg redeten viele mit. "Es gibt unterschiedliche Auffassungen dazu, insbesondere aus naturschutzrechtlicher Sicht, dort Klettergarten einzurichten. Da laufen wir also nach wie vor gegen Wände."

Bald überall WLAN im Elbsandsteingebäude?

So schön ist es in der Sächsischen Schweiz.
So schön ist es in der Sächsischen Schweiz.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Auch die Pläne zur Hängebrücke könnten daran scheitern: Auch hier hänge alles von naturschutzrechtliche Genehmigungen ab. Da sei der Freistaat gefragt.

Immerhin: "Was ich höre ist, dass es durchaus so Investoren gibt, die sich durchaus vorstellen könnten, da auch privates Geld reinzugeben, weil sie meinen, dass man damit auch Geld verdienen kann."

Ebenfalls gefordert sei der Freistaat in Sachen Winterbergbaude. Das Land Sachsen als Eigentümer müsse sich endlich "mal entscheiden", was es dort wolle.

Auf keinen Fall dürften die bisherigen Verträge mit Pächtern auf dem Berg so weiter bestehen. Das sei für Pächter nicht zumutbar.

"Bei der Vertragsgestaltung muss sich etwas tun", mahnte der Landrat. Er sei für eine dauerhafte, ganzjährige Bewirtschaftung. Momentan gibt es auf dem Winterberg nur ein Interimsangebot in der Saison.

Vom Land hieß es dazu: "Der Freistaat Sachsen ist sehr stark daran interessiert, dass die historische Bergwirtschaft auf dem Großen Winterberg wieder öffnet. Allerdings müssen wir dafür zunächst die vollständige Verfügungsgewalt über die Liegenschaft zurückerlangen. Deshalb geht es zunächst darum, den bestehenden Erbbauvertrag abzulösen, um vor Ort als Eigentümer wieder handlungsfähig zu sein. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen."

Durchweg positiv: Ab diesem Jahr wird die Felsenbühne Rathen für zwei Jahre grundlegend saniert. Darum zieht das Ensemble der Landesbühnen für seine Vorstellungen dort in ein Zelt (600 Plätze) an der Wiese vor dem Bahnhof. Und Ende Sommer will der Landkreis seine Ausschreibungen für den Ausbau des Funknetzes voranbringen, damit das Elbsandsteingebirge in absehbarer Zukunft überall WLAN hat.

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