Wahlkampf in Hessen: Hat AfD-Aktivist mit scharfer Pistole gedroht?

Frankfurt - Ein schwerer Vorwurf steht im Raum: Bei einer Wahlkampfveranstaltung der rechtspopulistischen AfD in Frankfurt soll ein Aktivist der Partei eine scharfe Pistole gezogen und einen politischen Gegner damit bedroht haben.

Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung der AfD in Frankfurt wurde angeblich eine scharfe Waffe gezückt (Symbolbild).
Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung der AfD in Frankfurt wurde angeblich eine scharfe Waffe gezückt (Symbolbild).  © DPA (Fotomontage)

Der Zwischenfall soll sich am Sonntag in der Mainmetropole ereignete haben, wie die Junge Welt auf ihrer Website schreibt.

Demnach verteilte die AfD in einem Frankfurter Stadtteil Flyer für die kommende Landtagswahl in Hessen am 28. Oktober. Dabei soll es zu einer zunächst nur verbalen Auseinandersetzung zwischen den Partei-Aktivisten und Güven O., einem Anwohner des Viertels, gekommen sein.

Wie die Junge Welt weiter berichtet, eskalierte der Streit: "Während des Wortgefechts habe einer der AfD-Wahlkämpfer eine scharfe Waffe aus seiner Tasche geholt, sie durchgeladen und sie O. an den Kopf gehalten", schreibt die Zeitung unter Berufung auf die Schilderung des mutmaßlichen Opfers.

Bei dem Mann mit der Pistole soll es sich laut Güven O. um den Islamkritiker Zahid Kahn aus dem hessischen Rodgau handeln. Seine Tochter, Mary Kahn, ist Direktkandidatin für die AfD in Frankfurt.

Die AfD-Politikerin Mary Kahn berichtet zwar auf ihrem Facebook-Profil von der Flyer-Verteilung am Sonntag in Frankfurt, erwähnt den geschilderten Zwischenfall jedoch nicht.

Die Polizei in Frankfurt hat sich noch nicht zu dem Zwischenfall geäußert. TAG24 wird weiter berichten.

Polizei bestätigt Vorfall

Update, 13.52 Uhr: Ein Sprecher der Frankfurter Polizei, bestätigte gegenüber TAG24 den von der Jungen Welt geschilderten Vorfall im Wesentlichen.

Es lägen mehrere wechselseitige Anzeigen wegen Körperverletzung vor. Auch wegen Bedrohung werde ermittelt.

Die Waffe sei sichergestellt worden. Ob es sich tatsächlich um eine scharfe Schusswaffe handelt, wollte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht kommentieren.

Ebenso müsse die Frage geklärt werden, ob die Waffe legal oder illegal sei.

Anzeige erstattet

Update, 18 Uhr: Nach Angaben der Polizei hatte der AfD-Helfer Flyer der Partei verteilt. Daraufhin sei er von einem Kritiker angesprochen worden, was zu einem handfesten Streit geführt habe. "Plötzlich tauchte eine Schusswaffe auf", sagte der Sprecher. Die zuvor alarmierten Polizeibeamten hätten die Waffe sichergestellt. Die beiden Männer hätten sich gegenseitig wegen Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung angezeigt.

Ob die Waffe scharf war und wer sie bei sich getragen hatte, wollte ein Sprecher der Polizei nicht sagen. Der hessische AfD-Landessprecher Robert Lambrou wies darauf hin, dass es sich bei dem Wahlkämpfer nicht um ein AfD-Mitglied handle. Der Mann gelte allerdings als besonders gefährdet und sei daher berechtigt, eine Schusswaffe bei sich zu führen.

Die habe er erst dann gezogen und "gezeigt", als ihn der Angreifer mehrmals geschubst habe und die Lage zu eskalieren drohte.

Titelfoto: DPA (Fotomontage)

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