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Hessen hat gewählt! Schwere verluste für CDU und SPD, AfD im landtag

Live-Ticker zu Landtagswahl in Hessen: Prognosen, Hochrechnungen, News

Live-Ticker zur Landtagswahl in Hessen: Prognosen, Hochrechnungen, News und Stimmen zur Wahl des hessischen Landtags 2018.

Erst Bayern, jetzt Hessen – die Wähler haben die Parteien der großen Koalition erneut abgestraft. Bei der Landtagswahl in Hessen erlitten CDU und SPD am Sonntag jeweils zweistellige Verluste.

Thorsten Schäger-Gümbel (l., SPD), Tarek Al-Wazir (Grüne) und Volker Bouffier (r., CDU) müssen sich nun mit dem hessischen Wahlergebnis auseinandersetzen.
Thorsten Schäger-Gümbel (l., SPD), Tarek Al-Wazir (Grüne) und Volker Bouffier (r., CDU) müssen sich nun mit dem hessischen Wahlergebnis auseinandersetzen.

Die Christdemokraten von Ministerpräsident Volker Bouffier blieben zwar stärkste Kraft, fuhren nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF aber ihr schlechtestes Ergebnis in dem Bundesland seit mehr als 50 Jahren ein und rutschten unter die Marke von 30 Prozent.

Die SPD von Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel erzielte ihr schlechtestes Landesergebnis jemals und erreichte nicht mal mehr 20 Prozent. Die Wahl galt auch als Härtetest für den Fortbestand der Bundesregierung aus Union und SPD.

Große Wahlgewinner sind die Grünen mit ihrem besten Abschneiden bei einer Hessen-Wahl sowie die AfD. Die Rechtspopulisten zogen erstmals in den Landtag ein und sind nunmehr in allen 16 Landesparlamenten vertreten. Auch FDP und Linke bleiben im Landtag in Wiesbaden – damit bekommt Hessen erstmals ein Sechs-Parteien-Parlament.

Noch unklar war am Abend, ob die seit 2013 regierende schwarz-grüne Koalition weitermachen kann. Nach den Zahlen von ARD und ZDF gegen 21 Uhr reichte es knapp nicht für eine Mehrheit. Laut ZDF hätte nur ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP eine Mehrheit, laut ARD wären daneben auch Bündnisse aus CDU und SPD sowie SPD, Grünen und FDP möglich.

Nach den Zahlen der beiden Sender kommt die seit 1999 regierende CDU auf 27,2 Prozent (2013: 38,3 Prozent). Die SPD rutscht ab auf 19,6 bis 19,8 Prozent (2013: 30,7). Die Grünen von Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir machen einen Sprung auf 19,6 Prozent (2013: 11,1). Die AfD klettert auf 13,0 bis 13,2 Prozent (2013: 4,1). Die FDP erreicht 7,7 Prozent (2013: 5,0), die Linke 6,1 bis 6,4 Prozent und erzielt ihr bestes Ergebnis in Hessen (2013: 5,2).

Die Landtagswahl in Hessen wird bundesweit mit größter Aufmerksamkeit verfolgt! TAG24 begleitete den Wahltag mit einem Live-Ticker.

22.35 UHR: AL-WAZIR ERRINGT ERSTES GRÜNES DIREKTMANDAT

Grünen-Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir (Foto) hat in seiner Heimatstadt Offenbach das landesweit erste Direktmandat für seine Partei überhaupt gewonnen. Der amtierende Wirtschafts- und Verkehrsminister errang bei der Landtagswahl am Sonntag im Wahlkreis Offenbach-Stadt 27,5 Prozent der Stimmen, wie das vorläufige Ergebnis des Landeswahlleiters zeigt.

Hinter ihm liegt der CDU-Bewerber und amtierende Sozialminister Stefan Grüttner mit 22,5 Prozent. Grüttner hatte das Direktmandat zuvor seit 1995 inne. Im Vergleich zur Wahl 2013 verlor Grüttner 13,1 Prozentpunkte, Al-Wazir legte im Gegenzug 11,8 Prozentpunkte zu.

22 UHR: SPD-VIZE FORDERT KONSEQUENZEN IN BUNDESPARTEI

Die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Malu Dreyer hat nach der Wahlschlappe in Hessen Veränderungen in ihrer Partei gefordert. Auch bei dieser Wahl sei deutlich geworden, dass die meisten Wähler nicht den Eindruck hätten, dass die SPD Zukunftsfragen beantworte, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin am Sonntag dem Radiosender RPR1. Ein Ende der großen Koalition sehe sie im Moment nicht, aber der Zustand der Regierung müsse sich sofort ändern. Nötig sei ein verbindlicher Fahrplan für die Arbeit der großen Koalition. Das Wahlergebnis in Hessen "schmerze total", wird Dreyer zitiert.

Die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner sprach von einem typisch hessischen Ergebnis mit einem langen Wahlabend. Klar sei, dass die CDU die stärkste politische Kraft in Hessen bleibe. Zudem zeige das Ergebnis, dass bundespolitische Debatten den Wahlkampf im Land überlagert hätten. Damit müsse Schluss sein.

21.45 UHR: GRÜNEN-SPITZENKANDIDAT OFFEN FÜR GESPRÄCHE MIT CDU

Die hessischen Grünen haben sich grundsätzlich offen für eine erneute schwarz-grüne Koalition gezeigt. Natürlich werde man, wenn es rechnerisch möglich sei, miteinander sprechen, sagte Grünen-Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir (Foto) am Sonntag in der ARD. Das gelte für alle demokratischen Parteien. "Das ist unser historisch bestes Ergebnis, so grün war Hessen noch nie", sagte Al-Wazir.

21.20 UHR: CDU-MINISTER FORDERT KONSEQUENZEN

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU, Archivbild) hat Konsequenzen aus den schweren Verlusten der Unionsparteien in Bayern und Hessen und den miserablen Umfragewerten im Bund gefordert. "Ich finde, eine reine Personaldebatte greift da zu kurz. Das reicht nicht, es geht ja um mehr", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF auf die Frage, ob die Zeit für Veränderungen an der Parteispitze gekommen sei. "Das ist auch mehr als eine kleine Delle, das ist eher ein strukturelles Problem."

21 UHR: LINKEN-SPITZENKANDIDATIN NENNT AFD "OFFEN RASSISTISCH"

Die Linken-Spitzenkandidatin Janine Wissler (Foto) äußerste sich im Laufe des Wahlabends laut Deutscher Presse-Agentur wie folgt: "Mit der AfD ist eine offen rassistische Partei in den Landtag eingezogen. Sie wird mit uns ihren entschiedensten Gegner haben. Das ist eine wichtige Aufgabe der Linken in den nächsten fünf Jahren."

20.30 UHR: SPD-SPITZENKANDIDAT SIEHT KEINE "CHAOSTAGE" FÜR SEINE PARTEI

Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel (Foto) sieht keinen Anlass für personelle Konsequenzen an der Spitze seiner Partei im Bund. "Wir haben ein bisschen häufig unsere Vorsitzenden ausgetauscht, und es hat ehrlich gesagt im Ergebnis auch nichts gebracht", sagte Schäfer-Gümbel am Sonntag in der ARD. Es gebe keine Veranlassung, über Personalien zu reden.

Der eigentliche Punkt sei, dass wieder erkennbar werde, für was die SPD stehe, sagte der SPD-Bundesvize. Das müsse auf Bundesebene geschehen. Auch die hessische SPD werde nicht zur Tagesordnung übergehen und an diesem Montag beraten, wie es weitergehen könne. "Chaostage" würden aber nicht ausbrechen.

20.27 UHR: 1. SPD-POLITIKER FORDERT ABSTIMMUNG ÜBER GROKO

Nach dem Absturz seiner Partei bei der Hessenwahl fordert Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh (41, Fotomontage) einen neuen Mitgliederentscheid über die Große Koalition.

20.22 UHR: "GRÜN FRISST ROT"

Die Forschungsgruppe Wahlen wertet die Hessen-Wahl als "Votum für schwarz-grüne Regierungskontinuität mit deutlich mehr grünem Anstrich". 49 Prozent seien für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit von Union und Grünen, 33 Prozent dagegen.

"Dagegen wird eine große Koalition inzwischen sogar stärker abgelehnt als sämtliche denkbaren Drei-Parteien-Bündnisse, gegen die es in Hessen ebenfalls mehr oder weniger große Vorbehalte gibt." Die Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, Bettina Schausten, sagte am Sonntagabend: "Die neue Regel: Grün frisst Rot."

20 UHR: AFD WILL STARKE OPPOSITION SEIN

Der AfD-Spitzenkandidat Reiner Rahn (Archivbild) hat nach der Landtagswahl eine konstruktive Zusammenarbeit seiner Partei in der Opposition angekündigt. "Wir sind jetzt außer der SPD die einzige Partei, die in allen 16 Landtagen vertreten ist", sagte Rahn im ZDF. "Wir können mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein und werden als starke Opposition in den Landtag einziehen."

Im HR-Fernsehen kündigte Rahn an, seine Partei werde "konstruktiv mit den anderen zusammenarbeiten". Über das Abschneiden seiner Partei äußerte er sich sehr zufrieden. "Für uns ist das ein historisches Wahlergebnis." Die AfD habe sowohl relativ als auch absolut gegenüber der letzten Landtagswahl am meisten zugelegt.

19.44 UHR: KOMMT JAMAIKA IN HESSEN?

Der Spitzenkandidat der hessischen FDP, René Rock, hat sich in einem ZDF-Interview offen für eine sogenannte "Jamaika"-Koalition aus CDU, FDP und Grünen gezeigt.

19.37 UHR: LINKE-VORSITZENDE IST ENTTÄUSCHT

Die Linke-Vorsitzende Katja Kipping (Archivbild) hat sich nach der Wahl in Hessen enttäuscht gezeigt. "Man wünscht sich immer mehr. Auch den Umfragen zufolge hatten wir uns noch ein paar Prozente mehr erhofft", sagte sie am Sonntagabend.

Für die Bundespolitik sehe sie jedoch ein klares Signal: "Diese Wahl heute war eine Denkzettelwahl für die große Koalition." Sie freue sich, dass die Linke wieder in den Landtag einziehe. "Die Linke war immer die Lobby für alle, die sich keine Lobbyisten leisten konnte."

19.22 UHR: BOUFFIER WILL MINISTERPRÄSIDENT BLEIBEN

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) geht davon aus, dass er im Amt bleiben könne. "Wir werden erneut den Anspruch erheben, die Landesregierung in Hessen anzuführen. Wir sind klar stärkste Fraktion", sagte er in Wiesbaden und kündigte Gespräche mit den anderen Parteien für die nächsten Tage an, nur für die Linke und die AfD werde es keine Einladungen geben.

19.05 UHR: TSG RÄUMT BITTERE NIEDERLAGE DER SPD EIN

Nach den herben Verlusten für die SPD bei der hessischen Landtagswahl hat Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel (TSG, Foto) eine schwere Niederlage für seine Partei eingeräumt.

"Das ist eine bittere Niederlage, und da gibt's auch nichts dran herumzudeuteln", sagte Schäfer-Gümbel am Sonntagabend. Die SPD habe die Kompetenz für Themen wie Wohnen und Schulen zugeschrieben bekommen, aber dennoch das Rennen verloren. "Das Ergebnis zeigt sehr eindeutig, dass die Möglichkeiten begrenzt sind, gegen einen übermächtigen Bundestrend mit den eigenen Themen im Land zu gewinnen", erklärte Schäfer-Gümbel.

18.57 UHR: DIE HESSISCHEN GRÜNEN WOLLEN REGIEREN

Nach den starken Zuwächsen bei der hessischen Landtagswahl streben die Grünen wieder nach Regierungsverantwortung. "Wir werten das Ergebnis als klaren Auftrag, an der nächsten Regierung beteiligt zu sein", sagte Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner am Sonntagabend in Wiesbaden.

"Wir sind gesprächsbereit mit allen Parteien, wie wir es vor der Wahl gesagt haben." In Hessen hatten CDU und Grüne zuletzt eine Regierung gebildet.

Während des Wahlkampfes hatten die Spitzenkandidaten der Grünen sich kritisch zu möglichen Dreierbündnissen in Hessen geäußert (TAG24 berichtete).

SPD-GENERALSEKRETÄRIN IST "ENTSETZT"

Die hessische SPD hat sich von ihren Verlusten bei der Landtagswahl schwer enttäuscht gezeigt. Sie sei "entsetzt", sagte Generalsekretärin Nancy Faeser (Foto) am Sonntag.

"Mit diesem Ergebnis haben wir so nicht gerechnet», sagte Faeser. Grund sei die Bundespolitik. Es habe nicht nur Gegenwind aus Berlin gegeben, sondern es seien «ganze Sturmböen gekommen". Das Ergebnis sei eine Art Misstrauensvotum gegen die SPD.

Der Landesverband sei zwar im Wahlkampf anfangs mit seinen Themen Wohnraum, Mobilität und Bildung durchgekommen, am Ende habe er sich aber gegen den negativen Trend aus Berlin nicht durchsetzen können. "Ich glaube, dass die SPD in einer tiefen Vertrauens- und Glaubenskrise ist", sagte Faeser.

18.44 UHR: CDU-GENERALSEKRETÄR SIEHT "STABILE VERHÄLTNISSE"

Hessens CDU-Generalsekretär Manfred Penz hat sich trotz der starken Verluste seiner Partei bei der Landtagswahl zuversichtlich gezeigt. Die Christdemokraten seien mit Abstand die stärkste Kraft in Hessen.

"Ich glaube es ist ein Zeichen, dass in Hessen sozusagen stabile Verhältnisse es auch in Zukunft geben soll. Und so nehmen wir das erstmal", sagte er. Zugleich machte er die Bundespartei für das Abschneiden der CDU mitverantwortlich. "Wenn ein Dreivierteljahr im Bund gestritten wird, dann geht das nicht spurlos auch hier durch Hessen", sagte er.

18.35 UHR: HOCHRECHNUNG BESTÄTIGT VERLUSTE FÜR CDU UND SPD

CDU und SPD haben bei der Landtagswahl in Hessen am Sonntag eine schwere Niederlage erlitten. Nach ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF bleibt die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier mit 27,4 bis 27,9 Prozent zwar stärkste Kraft. Es ist aber das schlechteste Ergebnis seit 1966. Die SPD fällt mit 19,8 bis 19,9 Prozent auf einen historischen Tiefststand, die Grünen gewinnen kräftig hinzu und haben mit 19,5 bis 19,7 Prozent sogar noch Chancen auf Rang zwei hinter der CDU.

18.30 UHR: ALICE WEIDEL SIEHT AFD ALS VOLKSPARTEI

Die Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel (39), sieht Ihre Partei nach dem wahrscheinlich zweistelligen Ergebnis bei der Landtagswahl in Hessen als "Volkspartei".

18.24 UHR: GROKO IN BERLIN SCHULD AN SPD-PLEITE?

Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Günter Rudolph, hat die große Koalition in Berlin für das schlechte Abschneiden der SPD in Hessen verantwortlich gemacht.

"Die große Koalition hat sich mit sich selbst beschäftigt, statt Probleme zu lösen", sagte Rudolph nach der Hochrechnung im HR-Fernsehen. "Da war ein Orkan aus Berlin, der auf uns nieder gegangen ist."

18 UHR: SCHWERE VERLUSTE FÜR CDU UND SPD

CDU und SPD haben bei der Landtagswahl in Hessen am Sonntag schwere Verluste erlitten. Nach den Prognosen von ARD und ZDF bleibt die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier zwar stärkste Kraft, fährt aber ihr schlechtestes Ergebnis seit 1966 ein. Die SPD stürzt auf einen historischen Tiefststand. Große Gewinner sind die Grünen und die AfD.

17.05 UHR: AUFRUFE ZUM WAHL-ENDSPURT

Angesichts der ersten Zahlen, die auf eine eher geringe Wahlbeteiligung hinweisen, rufen zahlreiche Twitter-Nutzer unter Hashtags wie #ltwhe, #ltwhe18 oder ltwhe2018 dazu auf, noch wählen zu gehen. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr.

16.30 UHR: NOCH 90 MINUTEN BIS ZUR SCHLIESSUNG DER WAHLLOKALE

Die Landtagswahl in Hessen Steuer auf ihr Ende zu. Die Wahllokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet, dann ist die Wahl gelaufen.

16.15 UHR: WAS SIND ÜBERHANGMANDATE?

Sogenannte "Überhangmandate" im Hessischen Landtag entstehen, wenn eine Partei bei einer Landtagswahl mittels der Erststimmen der Wähler mehr Direktmandate erhält, als der Zweitstimmenanteil ihr Sitze im Parlament zuteilt.

"Um das durch die Anzahl der Zweitstimmen errechnete Verhältnis der Sitze im Landtag zu erhalten, werden den anderen Parteien entsprechende Ausgleichsmandate zugesprochen", heißt es auf der Website des Hessischen Landtags weiter.

15.40 UHR: ERSTE ZAHLEN ZUR WAHLBETEILIGUNG

Bei der hessischen Landtagswahl hat sich bis zum Nachmittag eine etwas niedrigere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren abgezeichnet, damals fand der Urnengang aber auch parallel zur Bundestagswahl statt. Die Landeswahlleitung in Wiesbaden sprach am Sonntag von 38,8 Prozent bis um 14 Uhr. Das hätten Abfragen in den fünf kreisfreien Städten Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden, Offenbach und Kassel ergeben.

2013 hatte der Wert zu der Uhrzeit demnach bei 40,0 Prozent gelegen. Bei der Landtagswahl 2009 waren um 14 Uhr nur 29,7 Prozent und damit deutlich weniger als nun gezählt worden.

Beim Ablauf der Wahl gebe es bislang keine Probleme, sagte Landeswahlleiter Wilhelm Kanther am Sonntag. "Die Sache ist voll im Gange." Die Wahllokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet.

15.18 UHR: FÄLLT DIE GROKO IN BERLIN NACH DER HESSENWAHL?

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD, Foto) geht davon aus, dass die große Koalition im Bund auch bei einem schlechten Wahlergebnis in Hessen hält. Nach der Bundestagswahl 2017 habe die SPD eine bewusste Entscheidung getroffen, sagte Scholz am Sonntag auf einer Veranstaltung der Wochenzeitung "Die Zeit" in Hamburg.

Das Ziel sei es, gut zu regieren. "Wir dürfen nicht taktisch daherkommen. Alles, was wir machen, muss geradlinig sein", sagte Scholz an die Adresse seiner Partei. Zugleich müssten die Sozialdemokraten Perspektiven entwickeln, die über die große Koalition hinausreichten.

Schon nach der Landtagswahl in Bayern hatte es Stimmen in der SPD gegeben, die ein Ende der GroKo in Berlin gefordert hatten

15 UHR: WAS IST DIE 5-PROZENT-KLAUSEL?

Bei der Landtagswahl in Hessen gilt die sogenannte "5-prozent-Klausel". Um Abgeordnete in den Landtag zu entsenden, muss eine Partei mindestens fünf Prozent aller bei der Landtagswahl abgegeben gültigen Stimmen erhalten. Dieses Prozedere wird auch als "5-Prozent-Hürde" bezeichnet, wie auf der Website hessischer-landtag.de nachzulesen ist.

"Diese Regelung, die auch bei der Wahl zum Deutschen Bundestag angewandt wird, soll verhindern, dass Splittergruppen die parlamentarische Arbeit behindern, wie dies in der Weimarer Republik zu einer Regierungsunfähigkeit geführt hatte", heißt es auf der Website des Hessischen Landtags weiter.

14.40 UHR: WAHLRECHT IST EIN PRIVILEG

Die Twitter-Nutzerin "Stina" erinnert alle Wahlberechtigten in Hessen daran, dass das Wahlrecht in Deutschland ein Privileg ist, das in vielen Teilen der Welt den Menschen verwehrt wird.

14.20 UHR: REGIERUNGSBILDUNG KANN LANGE DAUERN

Nach der hessischen Landtagswahl haben die Parteien keinen Zeitdruck, um ein Regierungsbündnis zu schmieden. Die Wahlperiode des bisherigen Landtags endet erst am 17. Januar 2019, einen Tag später tritt laut Landesverfassung der neue Landtag zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Üblicherweise wählen die Abgeordneten dann den Ministerpräsidenten. Können sie das wegen fehlender Mehrheiten nicht, führt die bisherige Landesregierung "die laufenden Geschäfte" weiter, wie die Verfassung bestimmt. Die Regierung wäre damit nur noch geschäftsführend im Amt.

13.53 UHR: BOUFFIER IST ZUVERSICHTLICH

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist zuversichtlich: Er ist ist sich sicher, dass seine Partei bei der Landtagswahl in Hessen stärkste Kraft wird. "Wir haben eine hohe Anerkennung für unsere Arbeit erzielt und deshalb bin ich auch zuversichtlich, dass wir ein erneutes Mandat bekommen", sagte der 66-Jährige am Mittag in Gießen.

Die CDU habe den Anspruch, als entscheidende Kraft die neue Landesregierung zu bilden – "am besten im Zweierbündnis". Umfragen sagten bis zuletzt schwere Verluste für die hessische CDU voraus. Jedoch sahen alle Umfragen dennoch die Union weiterhin als stärkste Kraft in Hessen.

13.40 UHR: WAHLLOKALE SCHLIEßEN UM 18 UHR

Die Landtagswahl in Hessen ist in vollem Gange: Nur noch bis 18 Uhr sind die Wahllokale geöffnet. Nach Schließung der Lokale beginnen die Wahl- und Briefwahlvorstände mit der Auszählung der Stimmen für die Wahl zum 20. Hessischen Landtag.

Das vorläufige Ergebnis wird laut wahlen.hessen.de noch in der Wahlnacht ermittelt. Prognosen und Hochrechnungen werden aber schon am Sonntagabend veröffentlicht.

12.58 UHR: MINISTERPRÄSIDENT GIBT SEINE STIMME AB

In Begleitung seiner Frau Ursula hat auch Ministerpräsident Volker Bouffier gewählt. Dazu erschien er in einem Gießener Wahllokal.

12.35 UHR: VIELE BRIEFWÄHLER

Nicht alle Hessen gehen heute in das Wahllokal um die Ecke: Etliche Stimmberechtigte haben bereits per Briefwahl gewählt. Alleine in Frankfurt hatten 72.000 Menschen die Unterlagen per Post angefordert - nicht zuletzt auch wegen der Verkehrsbehinderungen durch den Frankfurt Marathon.

12.07 UHR: AMÜSANTES BOUFFIER-VIDEO KURSIERT AUF TWITTER

Bereits während des Wahlkampfes tauchte ein Video von Ministerpräsident Volker Bouffier im Netz auf: Der CDU-Politiker ritt in einem Freizeitpark auf einem mechanischen Hahn. Auch am Tag der Wahl kursiert der sympathische Clip erneut auf Twitter.

11.43 UHR: DAS SIND DIE OPTIONEN FÜR EINE REGIERUNGSBILDUNG

Nach den Umfragen käme von den vielen politisch denkbaren Bündnissen lediglich eine Regierung aus CDU, Grünen und FDP auf eine sichere Mehrheit im Landtag. Die amtierende schwarz-grüne Koalition steht auf der Kippe. Ein Bündnis aus CDU und SPD, eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP oder Rot-Grün-Rot ist ebenfalls unsicher.

Je nach Umfrage könnten aber auch Mehrheiten für diese Konstellationen zumindest rechnerisch zustande kommen. Während sich Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) offen für eine Regierung mit Grünen und FDP zeigte, ließ sich die Ökopartei nur wenig zu Koalitionsfragen entlocken. Das Verhältnis zwischen Grünen und FDP gilt als schwierig.

11.22 UHR: AUCH STIMMZETTEL VON AL-WAZIR SCHON IN DER URNE

Auch der starke Mann der Grünen, Tarek Al-Wazir, hat seine Stimme abgegeben. Gemeinsam mit seiner Frau Bushra Barakat kam er zu Fuß in die Ernst-Reuter-Schule in Offenbach. Al-Wazir und das Bündnis 90/Die Grünen erhoffen sich an diesem Sonntag ein Top-Ergebnis.

"Ich glaube, wir haben eine Chance, als Grüne ganz gut abzuschneiden", sagte er bei seiner Stimmabgabe- Er wünsche sich ein Ergebnis, dass die Grünen so stark mache, "dass an uns keiner vorbeikommt". Gespannt sei er auf die Wahlbeteiligung. "Ich wünsche mir, dass viele Menschen wählen gehen, dass sie demokratisch wählen."

10.58 UHR: THORSTEN SCHÄFER-GÜMBEL HAT GEWÄHLT

Thorsten Schäfer-Gümbel hat am Sonntagvormittag in Lich seine Stimme abgegeben. Er sei nach wie vor optimistisch, sagte der SPD-Spitzenkandidat und Herausforderer von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zu den versammelten Kamerateams mit Blick auf das Wahlergebnis. "Ich habe in den letzten Tagen gemerkt, dass wirklich viel in Bewegung ist". Er glaube, dass die meisten Hessen wissen, "dass es heute nicht um die große Koalition in Berlin geht, sondern dass es darum geht zu entscheiden, ob wir mehr bezahlbaren Wohnraum, modernere Schulen und Stadt und Land besser miteinander verbunden bekommen."

Der SPD-Landeschef fügte hinzu: "Und darauf setze ich ehrlich gesagt, was anderes bleibt mir jetzt auch nicht mehr übrig." Der Spitzenkandidat kam mit seiner Frau Annette Gümbel, die am Sonntag Geburtstag feierte, zum Wahllokal in seinem Wohnort.

SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel hat seine Stimme abgegeben.
SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel hat seine Stimme abgegeben.

10.36 UHR: GEHEN CDU UND SPD BADEN?

Nach den Meinungsumfragen drohen der CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier und der oppositionellen SPD unter dem Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel schwere Verlust von bis zu zehn Prozentpunkten (Mehr dazu hier). Den Grünen wird ein Spitzenergebnis vorhergesagt. Trotzdem ist es fraglich, ob die seit 2013 regierende schwarz-grüne Koalition ihre Arbeit fortsetzen können wird.

Der Wahlausgang wird auch in Berlin aufmerksam verfolgt werden. Ein schlechtes Abschneiden von CDU und SPD könnte die große Koalition im Bund in neue Turbulenzen stürzen - Kanzlerin Angela Merkel schaut mit Sorgenfalten auf der Stirn nach Hessen.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, links) und sein Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel.
Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, links) und sein Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel.

10.14 UHR: AFD VOR EINZUG IN LANDTAG

16 aus 16? Die AfD wird nach der Landtagswahl in Hessen voraussichtlich erstmals in allen Landesparlamenten Deutschlands vertreten sein. In den Umfragen kommt die Partei seit Wochen auf mehr als 10 Prozent. 2013 waren die Rechtspopulisten in Hessen noch mit 4,1 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Bei der Bundestagswahl im September desselben Jahres holte die AfD in Hessen dann schon 11,9 Prozent der Zweitstimmen.

9.52 UHR: TSG SPRICHT WÄHLER AN

SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel richtet sein Wort am Morgen noch einmal direkt an die Wähler. Seine Bitte: Beide Stimmen für die Sozialdemokraten.

9.26 UHR: TODESSTRAFE RAUS AUS DER VERFASSUNG?

Die Bürger können am Sonntag auch über eine Reform der hessischen Landesverfassung entscheiden. Diese ist im Jahr 1946 in Kraft getreten und enthält unter anderem noch die Todesstrafe, die durch das Grundgesetz aber längst außer Kraft gesetzt ist. Diese Passage soll nun gestrichen werden. Insgesamt geht es um 15 Änderungen.

Der Stimmzettel für die Volksabstimmung im Rahmen der Landtagswahl.
Der Stimmzettel für die Volksabstimmung im Rahmen der Landtagswahl.

9.15 UHR: SO LÄUFT'S IN DER KABINE

Die Wähler in Hessen dürfen zwei Kreuze machen. Mit der Erststimme oder Wahlkreisstimme wählen sie einen Direktkandidaten in ihrem Wahlkreis, mit der Zweitstimme oder Landesstimme eine Partei. Die Zweitstimme ist entscheidend für die Zusammensetzung des neuen Landtags und die Kräfteverhältnisse.

8.51 UHR: MARATHON IN FRANKFURT

In Frankfurt wird ein heißes Rennen erwartet - und das nicht nur auf die Politik bezogen. Parallel zur Hessenwahl findet auch der Frankfurt City Marathon statt. Das Problem: Durch den Lauf kommt es zu Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet, insgesamt 28 Wahllokale sind von Streckensperrungen betroffen. Diesbezüglich hat die Stadt Informationen gesammelt, um Komplikationen zu vermeiden. Auch das Servicetelefon des Wahlamtes ist bei Fragen jederzeit zu erreichen (Tel. 069 21240400).

Unser Tipp, um Stress vor der Stimmabgabe zu vermeiden: Auto stehen lassen und gemütlich zum Wahllokal spazieren.

8.31 UHR: SO HABEN DIE HESSEN 2013 GEWÄHLT

Stärkste Kraft in Hessen bei der Landtagswahl 2013 wurde die CDU. Sie holte 38,3 Prozent der Stimmen, was ihr 47 Sitze brachte. Dahinter lag die SPD mit 30,7 Prozent und 37 Sitzen. Auf Platz drei schafften es die Grünen mit 11,1 Prozent und 14 Sitzen. Auf je 6 Sitze kamen Linke (5,2 Prozent) und FDP (5,0 Prozent). Die AfD verfehlte damals mit 4,1 Prozent den Einzug in den Landtag.

Die Sitzverteilung bei der Landtagswahl 2013.
Die Sitzverteilung bei der Landtagswahl 2013.

8.20 UHR: "HILFE, WEN SOLL ICH WÄHLEN?"

Wer am Wahltag noch nicht genau weiß, was er mit seiner Stimme anfangen soll, kann auf den Wahl-O-Mat zurückgreifen. Mit der digitalen Entscheidungshilfe fällt die Entscheidung ganz sicher leichter. Ach ja, das Ganze funktioniert auch im Handumdrehen auf dem Smartphone.

8 UHR: DIE WAHLLOKALE ÖFFNEN!

"Wieviele Early Bird - Wähler*innen wohl heute morgen um 7 schon umsonst vor ihrem Wahllokal standen?", fragt sich Blogger Martin Fuchs auf Twitter - eine Anspielung auf die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit.

Zur Aufklärung: Die Wahllokale in Hessen sind ab jetzt geöffnet, der Startschuss zur hessischen Landtagswahl erfolgte um Punkt 8 Uhr. Jetzt heißt es: Ran an die Urne, denn um 18 Uhr ist Schluss!

Fotos: DPA, DPA (Fotomontage), 123RF/cbies

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