Landtagswahl in Hessen: Rot-Rot-Grün und Jamaika ausgeschlossen?

Wiesbaden - Hessens Grünen-Spitzenkandidaten sind bei Dreierbündnissen zur Regierungsbildung skeptisch.

Seit dem 17. September können die Stimmen zur Landtagswahl abgegeben werden (Symbolbild).
Seit dem 17. September können die Stimmen zur Landtagswahl abgegeben werden (Symbolbild).  © DPA (Fotomontage)

Es gebe zwar etwa in Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen-Anhalt solche Regierungskoalitionen, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.

"Auch da ist nicht ausgeschlossen, dass man eine halbwegs vernünftige Politik hinkriegt. Aber es ist schon verdammt schwierig." Dass es im Bund mit CDU, CSU und SPD eine Dreierkonstellation gibt, sei ja auch ein Teil des Problems der großen Koalition.

"Wenn Koalitionspartner nur um sich selber kreisen und gar nicht mehr wahrnehmen, was die Probleme in der Bevölkerung sind, dann geht es nicht mehr um die Sache", ergänzte Umweltministerin Priska Hinz. "Das ist sozusagen das Gegenbeispiel dessen, was wir in Hessen an Politik machen wollen."

In der großen Koalition in Berlin gebe es kein Vertrauensverhältnis. "Aber sie haben noch nicht mal ein professionelles Verhältnis, mit dem sie Politik machen. Und das ist das Mindeste, was man braucht."

Erteilen die Spitzenkandidaten der Grünen damit einem rot-rot-grünen Bündnis in Hessen ebenso eine Absage wie einer Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP? So deutlich sagen das Tarek Al-Wazir und Priska Hinz nicht. Eine Andeutung in diese Richtung sind ihre Aussagen dennoch.

Die Landtagswahl in Hessen findet am 28. Oktober statt. Mittels Briefwahl können die Wähler aber schon jetzt ihre Stimmen abgeben.

Die Frage nach der Zusammensetzung einer möglichen Regierungskoalition nach der Wahl hängt auch stark davon ab, ob und wenn ja wie stark die AfD im neuen Landtag vertreten sein wird. Bei einer Umfrage in Hessen kam die rechtspopulistische Partei zuletzt auf über zwölf Prozent.

Das aktuell regierende schwarz-grüne Bündnis hatte bei dieser Umfrage keine Mehrheit mehr (TAG24 berichtete).

Titelfoto: DPA (Fotomontage)


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