Landtagswahl in Hessen: SPD schließt große Koalition nicht aus

Wiesbaden - Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel rechnet nach der Landtagswahl im Herbst mit "knochenharten" Koalitionsverhandlungen.

Der SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel will keine Koalitionsaussage treffen (Fotomontage).
Der SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel will keine Koalitionsaussage treffen (Fotomontage).  © DPA (Fotomontage)

"Wir wollen weitreichende Veränderungen im Land", sagte der SPD-Spitzenkandidat in einem dpa-Interview in Wiesbaden.

"Es geht nicht um ein bisschen anders als Schwarz-Grün. Es geht nicht um völlig anders – aber es geht an vielen Stellen um deutlich besser."

Der Maßstab für jede Koalitionsbildung sei: "Schaffen wir mehr bezahlbare Wohnungen, kriegen wir Bildungsgerechtigkeit von Anfang an hin und schaffen wir eine bessere Verbindung von Stadt und Land", sagte Schäfer-Gümbel.

Eine Koalitionsaussage treffe er nicht aber: "Ich will die nächste Regierung anführen." Deswegen interessierten ihn weder Sonntagsfragen noch Koalitionsdebatten.

"Wir konzentrieren uns eisenhart darauf, dass wir am Ende ein möglichst gutes Ergebnis erzielen", sagte der SPD-Chef. Seine Partei hatte nach der Landtagswahl 2013 sowohl ein mögliches rot-grün-rotes Bündnis als auch eine GroKo sondiert.

Dass es mit Rot-Grün-Rot nicht geklappt hat, habe vor allem an inhaltlichen Fragen gelegen, sagte Schäfer-Gümbel. Dazu zählten etwa die Haushalts- und Beschäftigungspolitik sowie Fragen zur Zukunft des Frankfurter Flughafens.

"Und am Ende hat auch die große Koalition nicht funktioniert", sagte der SPD-Chef. Die CDU habe die unterschiedlichen Ansätze in der Bildungspolitik ins Feld geführt und dass die Gewerkschaften bei der SPD immer mit am Tisch säßen.

"Und drittens gab es ein ziemlich taktisches Argument: Wenn man mit der SPD koaliert, muss man mehr Macht abgeben als mit den Grünen."

Titelfoto: DPA (Fotomontage)


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