Warum stehen hier so viele Menschen an?

Zehntausende Besucher stürmen bei dieser Hammer-Hitze derzeit in die Freibäder - so auch in Gablenz.
Zehntausende Besucher stürmen bei dieser Hammer-Hitze derzeit in die Freibäder - so auch in Gablenz.

Von Daniela Möckel

Gablenz - Es war der heißeste Tag des Jahres: Am Freitag meldeten Wetterfrösche den 2015er-Rekord von 35,7 Grad (Allzeitrekord war am 20. August 2012 mit 37,8 Grad)!

Zehntausende Besucher stürmen die Freibäder. So auch in Gablenz. Hier verzeichneten die Schwimmmeister teilweise bis zu 2700 Besucher am Tag.

Dabei wünschen sich viele, dass das Bad schon früher als 10 Uhr öffnet. Doch die Schwimmmeister sehen keine Möglichkeit, das zu ermöglichen.

Zu viel sei vor der Öffnung zu tun und vorzubereiten. Bei nur vier Verantwortlichen sei eine noch frühere Öffnung deshalb kaum möglich, so Schwimmmeister Lutz Müller (60).

MOPO24 hat ihm und seinen Kollegen vorm Einlass über die Schulter geschaut - und gestaunt, was die am Morgen alles zu tun haben.

7 Uhr: Obwohl das Freibad in Gablenz erst in drei Stunden öffnet, beginnen die Arbeiten schon jetzt. Objektleiter und Schwimmmeister Lutz Müller (60) erklärt: „Ich muss drei Mal wöchentlich das Becken mit einem Bodensauger reinigen.“ Bei so hohen Besucherzahlen sogar täglich.“ Dank der Technik dauert es etwa zwei Stunden.

Gleichzeitig ist Mitarbeiterin Manja Reinke (42) auf der Kehrmaschine unterwegs. „Wir haben 5 000 Quadratmeter Pflasterfläche zu reinigen, inklusive Parkplatz. Ich bin sehr dankbar für diese Technik. Ohne geht gar nichts mehr.“ Danach reinigt sie die Ränder und kleinen Becken mit der Hand. Mittlerweile sind es knapp 30 Grad Hitze.

„Sicherheit hat bei uns Priorität“, sagt Schwimmmeister Lutz Müller (60). Seit 18 Jahren arbeitet er hier. Täglich überprüft Müller alle Einrichtungen und Spielgeräte. Dazu gehört die Kontrolle der Rutsche. Anschließend sammelt das Team den Müll vom Vortag ein.

Bernd Müller (61) ist Techniker im Gablenzer Freibad. Im Steuerraum befinden sich sechs Kessel mit 21.000 Liter Wasser. „Das System arbeitet mit Gegenstrom. Störungen sehe ich hier sofort.“ Anschließend entnimmt er eine Wasserprobe, misst Chlor- und pH-Wert.

Und auch im Kiosk zieht zeitig Leben ein. Betreiber Wolfgang Sieber (69) schichtet die Kühltruhen täglich neu ein. „Wir verkaufen etwa 700 bis 800 Eis am Tag.

Und tatsächlich: Um 9.15 Uhr treffen bereits die ersten Gäste am Eingang ein. Die Arbeiten sind noch in vollem Gange. Die Kassen öffnen heute schon 9.45, da stehen bereits 20 Leute.

Fotos: Sven Gleisberg, Ernesto Uhlmann


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