Laster-Fahrer sieht immer wieder Mann mit Hund am Straßenrand: Das ist der schreckliche Grund

Adelaide (Australien) - Als Lasterfahrer Brenton Smart einen Mann mit Hund am Straßenrand hocken sah, machte er sich Sorgen: Was machte der Fremde da in der größten Hitze? Beim zweiten Aufeinandertreffen entschied sich der Australier anzuhalten. Niemals hätte er mit dem gerechnet, was er dann hörte ...

So sah der Lasterfahrer den Fremden mit seinem Hund am Straßenrand sitzen.
So sah der Lasterfahrer den Fremden mit seinem Hund am Straßenrand sitzen.  © Facebook/ Brenton Smart

Brenton war mit seinem Lastwagen am Stadtrand von Adelaide unterwegs, als er den älteren Mann mit seinem Vierbeiner entdeckte. Dieser schob einen umgebauten Buggy vor sich her.

Der Brummifahrer war im Stress und konnte nicht stoppen, doch ihm ging der traurige Anblick des Unbekannten nicht aus dem Kopf.

Als er am selben Tag auf dem Rückweg war, traf er wieder auf den Mann und hielt an. "Ich wollte sicherstellen, dass es ihm gut ging", schreibt Brenton auf Facebook. Dort teilte er auch ein Foto von dem Fremden, wie er im Schatten seines Gefährts saß und sich über seinen Hund beugte.

"Es stellte sich heraus, dass er im November letzten Jahres seine Tochter durch Selbstmord verloren hat."

Im November 2018 beendete die 32-Jährige nach einem langen Sorgerechtsstreit um ihre vier Kinder ihr junges Leben.

Mit diesem Buggy ist Paul Murcott unterwegs nach Canberra.
Mit diesem Buggy ist Paul Murcott unterwegs nach Canberra.  © Facebook/ A Trek for Shona Mai. RIP

Der Hundebesitzer, Paul Murcott, konnte nicht einfach so weiter machen, als wäre nichts gewesen. "Ich war erschüttert", erinnert sich der 59-Jährige laut Yahoo News. "Ich hatte das Gefühl, dass mir die Eingeweide herausgerissen worden waren. Ich konnte mich auf nichts mehr konzentrieren. Ich stand unter Schock."

Er möchte deshalb etwas gegen das "unzureichende Gesundheitssystem" in Australien tun, gerade wenn es um psychische Krankheiten geht. Aus diesem Grund zog er zusammen mit seinem Hund "RJ" und dem Baggy los, zu Fuß von Adelaide nach Canberra.

Der Australier wollte nicht nur mit seiner Geschichte andere für das Thema Suizid sensibilisieren, er wollte auch sich selbst retten. "Ich musste meinen Kopf heilen. Ich hatte wirklich dunkle Gedanken", sagt Murcott.

Seitdem die beiden unterwegs sind, hatten sie mit verschiedenen Problemen zu kämpfen: platte Reifen, kaputte Kugellager und das Wetter, was die Reise oft erschwerte.

Doch die positiven Erlebnisse auf dem Weg nach Canberra überwiegen. Der 59-Jährige habe dermaßen viel Freundlichkeit von Fremden erlebt, was sein "Vertrauen in die Menschheit" zurückbrachte. Außerdem konnte er sich mit vielen austauschen, die ein ähnlich trauriges Schicksal erleben mussten und einen geliebten Menschen durch Selbstmord verloren.

"Wenn das, was ich tue, dazu beiträgt, die Kommunikation mit Menschen zu öffnen und sie dazu zu bringen, über psychische Erkrankungen zu sprechen, so das es kein Tabu mehr ist ... dann habe ich es gut gemacht", erklärt er bescheiden. "Wenn ich nur jemandem helfen kann, den letzten Schritt nicht zu machen, dann habe ich etwas Gutes getan."

Wer seinen Weg verfolgen möchte, kann es auf der Facebook-Seite "A Trek for Shona Mai RIP" tun. Um Paul auf seinem 1000 Kilometer langem Trip zu unterstützen, kann man auf dieser Seite spenden.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

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