Dresdner Waffenhändler gewährt Zutritt nur mit deutschem Pass

Der Waffenladen in Dresden Laubegast.
Der Waffenladen in Dresden Laubegast.

Von Matthias Kernstock

Dresden - Der Inhaber des Waffenladens "Laubegaster Wache" möchte keine Ausländer in seinem Geschäft haben. Mit einem Zettel im Schaufenster selektiert er seine Kunden: "Kein Zutritt für Leute ohne deutschen Pass" ist darauf zu lesen.

Im übertragenen Sinn könnte das Motto des Händlers auch lauten: Waffen Ja, aber bitte nur für Deutsche. Doch hier die Fakten.

Bert Stötzer verkauft auf über 200 Quadratmetern Waffen an der Österreicher Straße in Dresden Laubegast. Online gibt der Mann auch Geschenketipps: Vom Bogen für Kinder über die Armbrust bis hin zum Schwert lagern hier viele vermeintliche Weihnachtsgeschenke. Doch wenn es um Ausländer geht, ist von weihnachtlicher Nächstenliebe nichts mehr zu spüren.

Der Sächsischen Zeitung (SZ) fiel ein Zettel im Schaufenster auf. Dort stand in fünf verschiedenen Sprachen (Arabisch, Albanisch, Persisch, Somali und Bosnisch): "Kein Zutritt für Leute ohne deutschen Pass." Ein Verbot, das für Diskussionen sorgt.

Die Online-seite des Waffenladens in Laubegast.
Die Online-seite des Waffenladens in Laubegast.

Doch daran will sich Besitzer Stötzer lieber nicht beteiligen. Warum er das Verbot ausgerechnet in diesen fünf Sprachen, weder in Englisch noch in Deutsch, ausgehangen hat, wollte er der SZ auch nicht verraten. Stötzer beruft sich auf "Sicherheitgründe". Dafür reden jetzt seine Nachbarn über ihn.

"Ich finde das rassistisch und skandalös", sagte Claus Dethleff vom Netzwerk "Laubegast ist bunt" der SZ. "Dieser Aushang erinnert mich an 1933", sagt Dethleff und spielt so auf die Ausgrenzung der Juden im Nationalsozialismus an.

Auch in den sozialen Netzwerken hat Dresden wieder auf sich aufmerksam gemacht. Unter dem Hashtag #Laubegast wird sich fleißig fremdgeschämt. Lili Elbe schreibt: "#Laubegast/er Wache, früher #Waffenstötzer ist bisher der am längsten existierende #Naziladen in #Dresden."

Auch auf Facebook blieb der Zettel nicht lange geheim. "Metalfans gegen Nazis" ziehen die Parallele zur Nazi-Zeit in "Teilen von Dresden spielen weiter 33" kommentierten sie das Foto von dem Aushang.

Doch damit nicht genug. Der Laubegaster Waffenhändler klettert auf der Bekanntheits-Skala weiter nach oben. Selbst der "Focus" berichtet am Samstag über den "Zwischenfall". Auch die "Bild"-Zeitung hat darüber geschrieben. Weitere Medien werden folgen.

Dass dieses "Zutrittsverbot" rechtlich gesehen streitbar ist, dürfte Besitzer Bert Stötzer wenig interessieren. Nach der großen Welle der medialen Aufmerksamkeit wird sich wohl kein Ausländer mehr in den Waffenladen nach Laubegast verirren.

"Kein Zutritt ohne deutschen Pass": der Zettel wurde im Schaufenster des Laubegaster Waffenhändlers entdeckt.
"Kein Zutritt ohne deutschen Pass": der Zettel wurde im Schaufenster des Laubegaster Waffenhändlers entdeckt.

Fotos: screenshot facebook.com/FGNOffizielleSeite (1), screenhot laubegaster wache (1), Steffen Füssel (1)


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