Laubenkolonie kommt unter den Hammer

Im Infokasten der Gartensparte stehen Annoncen zum Winterdienst und über Pferdemist, aber nicht zur Versteigerung.
Im Infokasten der Gartensparte stehen Annoncen zum Winterdienst und über Pferdemist, aber nicht zur Versteigerung.

Von Torsten Hilscher

Leipzig - Bangen in der Kleingartensparte „St. Pauli“ am Hammerweg. Die Anlage soll ab morgen in Leipzig versteigert werden, steht im Katalog der Sächsischen Grundstücksauktionen AG.

Geboten werden rund 9200 Quadratmeter Fläche. Davon sind etwas mehr als die Hälfte verpachtet, heißt es. Das Mindestgebot liegt bei 9000 Euro. Allerdings haben die Gartennutzer Bestandsschutz.

„Kauf oder Verkauf eines Grundstücks bricht grundsätzlich keine Pachtverträge“, informiert das Büro von Eva Jähnigen (50, Grüne), Bürgermeisterin für Umwelt und Kommunalwirtschaft.

Insofern sei es völlig unerheblich, ob das Grundstück zum Zeitpunkt des Verkaufes verpachtet oder vermietet ist. Im Falle von Kleingärten würden die engen Voraussetzungen des Bundeskleingartengesetzes gelten.

Ebenso äußert sich der Verband der Dresdner Gartenfreunde und ergänzt: „Verkauf und Versteigerungen von Kleingartenland sind leider keine Ausnahme und durchaus zulässig.“

Auch nebenan tut sich einiges. Die brüchige denkmalgeschützte Villa am Fuße des Hammerwegs wurde an Ventar Immobilien aus Böblingen verkauft, soll saniert werden.

Neben den heutigen Gärten übrigens befand sich zu NS-Zeiten ein düsterer Ort: das „Judenlager“ Hellerberg. Dort mussten 1942 bis 1943 knapp 300 Dresdner hausen, bevor sie deportiert wurden. Nur etwa 20 überlebten.

Die Kleingartensparte „St. Pauli“. Rechts hinter dem Zaun verläuft der Hammerweg.
Die Kleingartensparte „St. Pauli“. Rechts hinter dem Zaun verläuft der Hammerweg.

Fotos: Ove Landgraf (2)


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