Wird in Sachsen bald auf Wölfe geschossen?

Zahnarzt Georg Lebsa (60) und Ehefrau Gabriela (56) haben 18.591 Unterschriften gesammelt, damit künftig auf Wölfe geschossen werden darf
Zahnarzt Georg Lebsa (60) und Ehefrau Gabriela (56) haben 18.591 Unterschriften gesammelt, damit künftig auf Wölfe geschossen werden darf  © Ulrike Hornig

Bautzen/Dresden - Mit einer Petition wollen Einwohner der Lausitz gegen die Wolfspopulation vorgehen. Sie soll sogar erreichen, dass in der Region auf Wölfe geschossen wird.

18.591 Unterschriften, davon 16.743 aus Sachsen, haben Zahnarzt Georg Lebsa (60) und Ehefrau Gabriela (56) aus Ralbitz-Rosenthal (bei Bautzen) gesammelt. In Dresden wollen sie die Petition am heutigem Mittwoch an Landtagspräsident Matthias Rößler (62, CDU) übergeben.

181 Nutztiere wurden letztes Jahr in Sachsen getötet, 16 Wolfsrudel mit 48 Welpen soll es derzeit geben. "Wir als Landbevölkerung sind nicht bereit, das weiter hinzunehmen", klagt Gabriela Lebsa. "In unserem schönen Naturschutzgebiet stand sogar mal ein Wolf vor mir, ganz plötzlich. Er ist dann zum Glück weggelaufen. Ich bin seitdem nie wieder alleine in den Wald gegangen."

Laut Philipp Kob vom Wolfsbüro Sachsen ist die Wahrscheinlichkeit, einen Wolf zu sehen, sehr gering. "Der Wolf hat den Menschen nicht im Beuteschema", sagt er. Wenn man Nutztiere auf der Wiese an einer Kette hält, "ist das wie eine Imbissbude für den Wolf“. Elektrozäune, die mindestens 90 Zentimeter hoch sind, könnten die Tiere aber schützen. "Durch den Schmerz werden die Wölfe abgeschreckt."

Der Bautzner Landrat Michael Harig (CDU) unterstützt die Wolfs-Gegner: "Es besteht die Gefahr, dass es in wenigen Jahren keine Freilandhaltung von Nutztieren mehr gibt."

In der Region um die Gemeinde Ralbitz/Rosenthal gibt es besonders viele Wölfe, viele Schafe wurden getötet
In der Region um die Gemeinde Ralbitz/Rosenthal gibt es besonders viele Wölfe, viele Schafe wurden getötet  © DPA

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