Nix mit Schokolade! In diesem Ort gibt es einen lebendigen Adventskalender

Bad Schlema - Türchen auf, Schoki raus - so einfach machen es sich die 600 Einwohner von Wildbach in der Vorweihnachtszeit nicht. In dem kleinen Ortsteil von Bad Schlema gibt es einen lebendigen Kalender, in dem mit Filz ummantelte Emaille-Tassen eine tragende Rolle spielen.

Lebendiger Adventskalender: "Wir dippeln mit dem Dippl in der Hand jeden Abend zu einem anderen Haus im Ort", so Ines Schulz (41) links mit Susann Unger (37) und Annett Beier (38) (v.l.) aus Wildbach.
Lebendiger Adventskalender: "Wir dippeln mit dem Dippl in der Hand jeden Abend zu einem anderen Haus im Ort", so Ines Schulz (41) links mit Susann Unger (37) und Annett Beier (38) (v.l.) aus Wildbach.  © Klaus Jedlicka

"Wir dippeln mit dem Dippl in der Hand jeden Abend zu einem anderen Haus im Ort", erzählt Ines Schulz (41), eine der Ideengeberinnen für den Wildbacher "Dippl-Adventskalender".

Der Hausbesitzer, der die Zahl des Türchens ans Fenster sprüht oder als Holzfigur aufstellt, füllt die mitgebrachten Dippl mit Glühwein oder Kinderpunsch.

Damit es für den Gastgeber nicht zu aufwendig wird, bringt jeder sein Dippl mit. Für die weihnachtliche Einstimmung sorgt eine erzählte Geschichte, ein Gedicht oder Musik.

"Eigentlich geht es darum, in der Nachbarschaft für eine Stunde gemütlich ins Gespräch zu kommen, die Dorfgemeinschaft zu stärken", meint Ines Schulz.

Hoch die Tassen: In Wildbach geht es im Advent rund.
Hoch die Tassen: In Wildbach geht es im Advent rund.  © Klaus Jedlicka

"Schon der Fußweg durch den Ort, an beleuchteten Fenstern vorbei, ist in Zeiten, da viele nur noch mit dem Auto unterwegs sind, etwas Besonderes."

In welchem Haus sich wann ein Türchen öffnet, erfahren die Wildbacher per Postwurfsendung von einem Flyer, den eine Grafikdesignerin des Ortes gestaltet hat.

Zwischen 20 und 70 Dorfbewohner kommen jeden Tag auf diese Weise zusammen - viele mit einem kultigen Emaille-Dippel im Filzmantel in der Hand, die extra angefertigt wurden.

Ines Schulz: "Die gingen beim ersten Türchen, dem Pyramiden-Anschieben an der Heimatstube, weg wie warme Semmeln."

Ines Schulz (41): "Der Hausbesitzer, der die Zahl ans Fenster sprüht oder als Holzfigur aufstellt, füllt die mitgebrachten Dippl mit Glühwein oder Kinderpunsch."
Ines Schulz (41): "Der Hausbesitzer, der die Zahl ans Fenster sprüht oder als Holzfigur aufstellt, füllt die mitgebrachten Dippl mit Glühwein oder Kinderpunsch."  © Klaus Jedlicka

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