Lehrer-Gewerkschaft kritisiert Schul-Kampagne gegen Linksextremismus

Wiesbaden/Frankfurt am Main - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat eine an hessische Schulen verschickte Informations-Kampagne zur Extremismus-Prävention kritisiert.

Die Lehrer-Gewerkschaft GEW bescheinigt der Kampagne "gravierende fachliche und fachdidaktische Mängel". (Symbolbild)
Die Lehrer-Gewerkschaft GEW bescheinigt der Kampagne "gravierende fachliche und fachdidaktische Mängel". (Symbolbild)  © dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Die aus zwölf Plakaten bestehende Ausstellung "Aufgeklärt statt autonom" enthalte "gravierende fachliche und fachdidaktische Mängel", teilte die GEW am Mittwoch in Frankfurt mit.

Hessens GEW-Vorsitzende Birgit Koch forderte alle Schulen auf, die Materialien nicht im Unterricht zu verwenden. Das Innenministerium wies die Kritik zurück.

Es sei ein "sehr ordentliches Produkt entstanden", sagte ein Ministeriumssprecher in Wiesbaden. Es stehe sämtlichen Lehrer zudem frei, die Materialien zu nutzen - oder eben nicht.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linken im Landtag, Elisabeth Kula, sagte, eine Schulkampagne gegen Linksextremismus zu führen, sei "Geschichtsvergessen und brandgefährlich".

Die Lehrergewerkschaft begründet ihre Kritik auf einem von ihr in Auftrag gegebenen Gutachten. Darin wird laut GEW unter anderem das Material als wissenschaftlich unhaltbar bezeichnet.

Die Plakat-Ausstellung gegen Linksextremismus wurde im Auftrag des beim Innenministerium angesiedelten Hessischen Kompetenzzentrums gegen Extremismus im November an alle Schulen mit einer neunten und zehnten Jahrgangsstufe geschickt.

Titelfoto: Bild-Montage: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert, aufgeklär