Deutsche Lehrerin in Wuhan: So sind die Zustände nach Coronavirus-Ausbruch

Wuhan/Koblenz - Rund 90 Deutsche stecken nach Ausbruch des neuen Coronavirus in der chinesischen Millionenstadt Wuhan fest. Darunter ist auch die Lehrerin Sarah Heintze, die aus Koblenz stammt.

Medizinisches Personal in Schutzanzügen wartet in der zentralchinesischen Provinz Anhui am Eingang einer Klinik für Fieberpatienten und Patienten aus Wuhan.
Medizinisches Personal in Schutzanzügen wartet in der zentralchinesischen Provinz Anhui am Eingang einer Klinik für Fieberpatienten und Patienten aus Wuhan.  © dpa/AP/Chinatopix

Sie berichtete, dass die Versorgungslage aber "unproblematisch" sei. Die 32-Jährige, die seit sieben Jahren in Wuhan lebt, wurde in der Nacht wie andere von einer Email des Auswärtigen Amtes überrascht, wonach eine Rückhol-Aktion für deutsche Staatsbürger geplant sei.

"Ich weiß noch nichts genauer", sagte Heintze der Deutschen Presse-Agentur.

Heintze hat sich noch nicht entschieden, ob sie ausfliegen will. Es sei schwierig: So habe sie gerade Besuch von einer Freundin aus Rumänien. Auch wisse sie nicht, wohin mit ihrem Kater. "Wenn ich meine Freundin und meinen Kater mitnehmen darf, dann gerne."

"Ich warte mal, was die deutsche Botschaft dazu sagt", meinte die Koblenzerin. "Wenn die irgendwie dazu raten, dass es Sinn macht, dann werde ich das noch mal überlegen."

Vor der Lungenkrankheit habe sie nicht so große Angst. "Vor dem Virus will ich nicht wegrennen", sagte die 32-Jährige. "Panik mache ich mir da nicht."

Schließlich gehe sie auch nicht ins Krankenhaus. Ohnehin gehe niemand vor die Tür. "Ich wüsste jetzt nicht, wo man sich anstecken sollte."

32-Jährige genervt vom Überfluss an Nachrichten

Die Straßen seien menschenleer. Auch könne sie sich schützen: "Mit Gesichtsmaske und Händewaschen geht das schon in Ordnung", sagt die Lehrerin.

Sie kenne auch niemanden, der sich angesteckt habe. "Alle Freunde sind brav zu Hause." Sie will sich nicht verrückt machen lassen.

"Mittlerweile wird mir das ein bisschen zu viel mit den Nachrichten", sagt die Lehrerin, die Englisch an einer Grundschule unterrichtet. "Ignorance is a bliss", sagte sie auf Englisch. Ignoranz ist ein Segen.

Es gebe einen Überfluss an Nachrichten: "Das geht einem auf die Nerven, wenn man da alle fünf Minuten reinschaut."

Titelfoto: dpa/AP/Chinatopix