Lehrermangel in Sachsen: Unterricht wird auch im neuen Schuljahr ausfallen

Dresden - Unterrichtsausfall, überforderte Lehrer, genervte Eltern. In Sachsen gibt es einen Zuwachs an Schülern, gleichzeitig sinkt die Zahl der Lehrer. Neue Zahlen zeigen: Das Problem wird sich nicht so schnell lösen.

Der Lehrermangel in Sachsen wird auch im neuen Schuljahr zu Unterrichtsausfall führen. (Symbolbild)
Der Lehrermangel in Sachsen wird auch im neuen Schuljahr zu Unterrichtsausfall führen. (Symbolbild)  © DPA / Hendrik Schmidt

Im kommenden Schuljahr wird es ein Zuwachs von rund 6000 Schülern geben. Diese werden aber nicht alle unterrichtet werden können.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht Sachsen wegen des Lehrermangels vor einem weiteren schwierigen Schuljahr. Die Vorsitzende Uschi Kruse forderte die Regierung am Mittwoch in Dresden auf, ein realistisches Bild über die Situation in allen Schularten und Regionen zu erstellen.

Mit Blick auf das am kommenden Montag beginnende Schuljahr 2019/2020 sagte sie: "Sachsen geht mit Lehrermangel ins neue Schuljahr, er ist an vielen Stellen unverändert, an manchen eher größer", so Kruse.

Angesichts des Schülerzuwachses rechnet Kruse unverändert mit Unterrichtsausfall - bis auf kleine Ausnahmen an Gymnasien.

Ohne Quereinsteiger stünden unsere Schulen "vor dem Kollaps"

Laut Kruse gelingt es nicht, junge Kollegen in die Regionen zu bekommen. Vor allem an Ober- und Förderschulen sei die Lage besorgniserregend. Oberschulen hätten einen Besetzungsgrad von 60 Prozent, für sie sei die Stundentafel gekürzt worden.

"Es gibt landesweit keinen Standort, wo die Zahl der Einstellungen realisiert werden konnte." Gleiches gelte für Förderschulen (58 Prozent). Beide Institutionen seien aber auch Basis für den Handwerkernachwuchs.

"Die gravierenden Fehlentscheidungen der Vergangenheit werden Schüler und Lehrer länger ausbaden als eine Legislaturperiode dauert", sagte Kruse. Es werde nicht überall gelingen, frei werdende Lehrerstellen wieder zu besetzen.

Den Anteil der Seiteneinsteiger schätzte sie landesweit auf zehn Prozent, es gebe aber auch Schulen mit 50 Prozent. Ohne sie stünden bestimmte Regionen und Schulen "vor dem Kollaps".

Kruse forderte daher die Regierung zum Handeln auf. "Wir dürfen keine Geduld mehr haben, bei allem Verständnis für die Situation."

Unterrichtsausfall wird die Folge des Lehrermangels sein. (Symbolbild)
Unterrichtsausfall wird die Folge des Lehrermangels sein. (Symbolbild)  © DPA / Peter Endig

Titelfoto: dpa / Peter Endig / Peter Zschage

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