47-Jähriger wirft Halbtoten in Papiercontainer und lässt ihn dort sterben

Die Spurensicherung nahm die Ermittlungen auf.
Die Spurensicherung nahm die Ermittlungen auf.

Bielefeld - Eine interessante Wendung hat der Prozess um eine Leiche in einem Papiercontainer bekommen. War der 47-jährige Angeklagte bisher wegen der Störung der Totenruhe angeklagt, muss er sich nun wegen versuchten Totschlags verantworten. Dies entscheid am Donnerstag das Schwurgericht in Bielefeld.

Im Mai 2016 soll der Angeklagte, ein drogenabhängiger 47-jähriger George, zusammen mit einem flüchtigen Mittäter, einen 32-Jährigen, der an einer Überdosis verstarb, in einem Papiercontainer entsorgt haben (TAG24 berichtete).

Um die Leiche loszuwerden, schoben sie den Container von einem 600 Meter entfernten Real-Markt zu einer Wohnung, in der sie derzeit wohnten, da der Hauptmieter zu diesem Zeitpunkt im Knast saß.

Dort angekommen, warfen sie die Leiche in den Behälter und schoben ihn zurück zum Supermarkt.

Ein Flaschensammler entdeckte die Leiche schließlich in einem Papiercontainer.
Ein Flaschensammler entdeckte die Leiche schließlich in einem Papiercontainer.

Bei Prozessbeginn gab der Angeklagte an, dass der 32-Jährige noch gelebt habe und sie ihn mit dem Container als Transportmittel zum Krankenhaus bringen wollten.

Schließlich verließen ihn und seinen Kollegen allerdings die Kräfte, weswegen sie laut Informationen der Neuen Westfälischen den Behälter wieder am Supermarkt abstellten.

Durch diese Aussage und das Gutachten eines Gerichtsmediziners aus Münster, der angab, dass nicht genau festzustellen sei, ob die Leiche bereits tot war, als sie in den Container geworfen wurde, hat nun Auswirkungen auf den Fall.

Nun kommt nämlich der Tatvorwurf des versuchten Totschlags in Frage. Daher wurde beschlossen, den Fall an das Landgericht weiterzuleiten.


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